Die Wolfratshauser Kulturmanagerin wechselt nach rund zehn Jahren an der Loisach nach München
Auf Wiedersehen und vielen Dank, Marion Klement
Wolfratshausen, 02.10.2019 – Es ist, man kann es nicht anders sagen, eine Zäsur für die Loisachstadt Wolfratshausen: Marion Klement hat zum Ende September dieses Jahres ihre Position abgegeben um zum Oktober nach München zu einer Stiftung wechseln. Damit endete ihre Ägide im kommunalen Kulturmanagement, und es sind große Fußstapfen, die Klement hinterlässt. Denn in den annähernd zehn Jahren, die sie in Wolfratshausen wirkte, hat sie zahlreiche Projekte realisiert, Veranstaltungen durchgeführt, Veranstaltungsreihen etabliert und der kulturellen Landschaft einen deutlichen Schub gegeben – und mit einem eigenen Stempel versehen. Denn Klements stets ruhige Art, gepaart mit einem strahlenden Lächeln, ist vielen wie ein Markenzeichen Wolfratshauser Veranstaltungen vertraut, ob bei den Honneurs zum Flussfestival, zu den Auftritten auf der Bergwaldbühne, beim Theater-Abo, dem Starkbierfest, der Sportlergala oder der kleinen, feinen Jazz-Reihe in der Stadt.
Klements Wirken in Wolfratshausen begann 2011 gleich einmal mit einer Doppelaufgabe: Klement vertrat zunächst Gisela Gleißl als Kultur- und Tourismusmanagerin der Stadt. Die geborene Münchnerin, die zu dem Zeitpunkt bereits seit etwa zehn Jahren in Wolfratshausen lebte, hatte sich unter einer beachtlichen Schar von Mitbewerbern durchgesetzt. Unter 36 Kandidaten musste sich der Haupt- und Finanzausschuss entscheiden, am Ende waren es noch zwei, bis Klement schließlich das Rennen machte.
Klement ist gelernte Betriebswirtin, den Ausbildungsgang Veranstaltungskaufmann habe es zur Zeit ihres Studiums noch nicht gegeben. Das Organisieren habe sie aber „von der Pike auf gelernt“. Konferenzen und Kongresse können sie nicht schrecken, und auch sonst hat sie schon allerlei Managementerfahrungen gesammelt. Auch an Ideen mangelte es ihr nie. Das bewies sie mit den zahlreichen kulturellen Angeboten, die sie in der Loisachstadt stemmte und die Kommune so auf die kulturelle Landkarte des Oberlands und darüber hinaus setzte.
Und ihre neue Aufgabe in Wolfratshausen startete auch gleich mit einem Veranstaltungs-Paukenschlag: Es standen nämlich gleich die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Stadterhebung im Oktober 2011 an. Grundsätzlich in die Wege geleitet hatte dazu noch Gleißl vieles, die eigentliche Ausführung aber oblag Klement. Zum Beispiel die Durchführung des großen Galaabends mit Vertretern aller Partnerstädte und der dazugehörige Festzug. „Das war für mich eine riesige Herausforderung, denn so etwas hatte ich vorher noch nie organisiert“, erinnert sie sich lachend. Doch mithilfe des örtlichen Bauhofs gelang der Festzug und der Abend reibungslos, und für Klement bleibt dieser Auftakt einer der Höhepunkte ihres Schaffens: „Für mich sind es immer dann Highlights, wenn große Herausforderungen gelingen“, sagt sie. „Wenn man etwas Neues macht, sich da durchfuchst, es am Ende klappt und alle zufrieden sind.“
Zahlreiche Höhepunkte
Von solchen Höhepunkten gab es zahlreiche in ihrer Ägide. Etwa die Konzerte, Bühnenspektakel und Lesungen auf der Bergwaldbühne: „Wenn das Wetter mitgespielt hat, dann waren das dort oben grandiose Abende“, so Klement. Und es gab großartige Veranstaltungen und Abende in der Loisachhalle, „etwa mit einer Senta Berger oder einem Friedrich von Thun“, erinnert sie sich. Ein Abend aber ist sogar ihr persönlicher Favorit: „Franui mit Nikolaus Habjan, weil die mich einfach umgehauen haben.“ Ein besonderes Augenmerk legte Klement auch auf Künstler aus der Region und bot ihnen eine Bühne – etwa dem Wolfratshauser Choreografen Dominik Halamek oder die Gebrüder Mayrhofer. Von Februar 2012 an konnte sie sich übrigens mit voller Arbeitskraft den Kultur- und Veranstaltungsthemen zuwenden. Denn zu diesem Zeitpunkt trennte die Stadt die Zuständigkeiten von Kultur und Tourismus, was auch mit einer Vergrößerung der Stadtverwaltung um eine halbe Stelle einherging.
Flussfestival Wolfratshausen
„Das Größte“ sei in den vergangenen Jahren allerdings immer die Organisation des Flussfestivals gewesen, das heuer zum vierten Mal über die schwimmende Bühne in der Loisach ging. Doch generell seien „einfach durch die Bank tolle Veranstaltungen“ gelungen, „und dafür habe ich auch gebrannt“, sagt Klement. Dieses Engagement, diese Leidenschaft sei auch der Grund gewesen, dass sie so viele Jahre in Wolfratshausen tätig war. „Es waren tolle Aufgaben, und ich mochte die Freiheit,die ich in der Umsetzung hatte.“ Zwar könne sie nicht sagen, dass sie komplett freie Hand hatte - „das geht auch nicht, denn man ist an vieles gebunden und wenn man mit Steuermitteln agiert, ist man verpflichtet, sorgsam damit umzugehen“, weiß Klement. Doch die Stadt habe ihr viel Vertrauen entgegengebracht, was sie sehr schätzte. „Trotzdem muss man immer rechnen. Und es ist mir auch tatsächlich gelungen, das Budget jedes Jahr zu halten – oder zu unterschreiten. Das muss man betonen, denn es gibt immer wieder Stimmen, dass Kultur viel Geld kostet“, sagt Klement. Doch für sie müsse das kulturelle Angebot einer Stadt so strukturiert sein, „dass es einer breiten Masse gefällt, und dass es sich die breite Masse auch leisten kann.“ Dann sei für die der Kulturauftrag erfüllt, „und das war, was ich immer wollte. Und genau das hat mir Spaß gemacht“, bringt sie es auf den Punkt.
Welche Qualifikation ihr Nachfolger mitbringen müsse? Klement beantwortet diese Frage wie so oft zunächst mit einem Lachen. „Viel Herzblut“, sagt sie dann. „Er muss sehr aufgehen in seiner Tätigkeit, um allen Widerständen trotzen zu können.“
“Was am Ende aber zählt: Wenn das Publikum begeistert ist und der Künstler auch. Dann ist Kultur einfach magisch.“ Marion Klement



