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Ausstellung Amtsgericht Wolfratshausen

Ausstellung Amtsgericht Wolfratshausen

Bauch- und Kopfbilder

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 16.11.2023 – Zurzeit hängen großformatige, erdfarbige, abstrakte Bilder, die an Draufsichten von Dörfern und Weilern erinnern im Wolfratshauser Amtsgericht. Es gibt dort aber noch ein weiteres spannendes Thema: Verspielte Bildgeschichten, inszeniert wie ein Theater auf Leinwand – von Kriegern, Konkubinen, Günstlingen und Unterdrückten. Es sind Gemälde von Dr. Peter Kober aus Geretsried. Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres im Obergeschoss der Wolfratshauser Behörde zu sehen.

Dr. Peter Kober hat sich bereits mit seiner Dokumentarfilmerei einen Namen gemacht. Seine Malerei stellt er international aus, seine Arbeiten sind weltweit in privaten Sammlungen vertreten. Der gebürtige Münchner ist ein Autodidakt, der ein Jahr bei dem international bekannten mexikanischen Maler Luis Granda lernte und später eine grafische Ausbildung im Museo del Grabado in Marbella genoss.

„Meine kleinen Welten“

Die sogenannten „Bauchbilder“ sind Collagen aus Sand, Acryl, Pigmenten, Spachtelmasse auf großen Leinwänden. Grobe formal dargestellte Landschaften aus der Vogelperspektive mit stilisierten Häusern – aus einem Rechteck, einem Dreieck, zwei Fenstern und einer Tür. „Meine kleinen Welten“, sagt der 74-jährige Künstler. Die Häuser purzeln perspektivisch in alle Richtungen. Es führen Wege zu den Haustüren, aber es gibt keine Menschen. „Rio Tinto“ heißt ein Bild mit knapp zwei mal zwei Metern, laut Ausstellungsorganisator Dietmar Galuschka, das Größte, was bisher im Amtsgericht hing.

Gegen Autokraten und Tyrannen

Die Kopfbilder indes erzählen farbenfrohe Geschichten, sehr filigran, verspielt und opulent. Exotische Motive mit indigenen Figuren und tiefgründigen Aussagen zu Macht und Unterdrückung. Er sagt, es sei sein Protest „gegen Autokraten und Tyrannen dieser Erde.“ Teils verdeutlicht er die gemalten Bilder mit Zitaten aus Büchern. Wie etwa aus „Liebe in den Zeiten der Cholera“ des kolumbianischen Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez. Eine erst am Ende des Lebens erfüllte Liebesgeschichte. „Die Zeit vergeht. Horch! Die Zeit vergeht“, steht da. Zeit sollten sich auch die nehmen, die zu den regulären Öffnungszeiten des Amtsgerichts die Ausstellung besuchen möchten. Es gibt in Kobers Bildgeschichten viel zu entdecken.

Die Öffnungszeiten des Amtsgerichts Wolfratshausen sind von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr. Mehr Infos zum Künstler unter www.peterarte.de

Fotos: Andrea Weber


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