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Musikschule Wolfratshausen

Beeindruckende Mischung aus Musik und Monolog

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 26.02.2019 – Die Opernaufführung „King Arthur“ ist eine sogenannte „Semi-Oper“, sprich, Opernmusik mit gesprochenem Wort. Für die Musikschule Wolfratshausen war es aber vor allem ein „unvergleichliches Projekt mit größtem Aufwand“. Orchester, Jugendkammerchor, Solisten und Darsteller. Kein Bühnenbild, keine Requisiten. Dafür ein gewaltiges Klangerlebnis in der Loisachhalle.

Das der Barockmusik zugeordnete Orchester hatte sich auf dem Parkett vor der Bühne positioniert. Der Jugendkammerchor mit zahlreichen Mitgliedern dahinter am Bühnenrand. Sie verharrten in Stille, bis alle Besucher saßen. Der Bühnenvorhang blieb geschlossen. Denn die Opernaufführung „King Arthur“ wurde von der Musikschule Wolfratshausen neu arrangiert und neu in Szene gesetzt. Es war eine Mischung aus Musik und Monolog ohne Kulisse mit einem für die Barockzeit ungewöhnlichem Instrumentarium, wie Gitarren und Schlagzeug. Die Oper in fünf Akten von Henry Purcell kam 1691 in London zur Uraufführung. Ein Jahr Arbeit steckten die Wolfratshauser Lehrer und Musikschüler in ihr aufwendiges Projekt unter Gesamtleitung von Elisabeth Schäfermeyer, Die Regie führte die Drehbuchautorin Annika Tepelmann aus Münsing.

Dann erlosch das Licht, nur die Notenständer waren in weißes LED-Licht gehüllt. Dahinter die schwarzen Silhouetten der Orchestermitglieder. Mit der klangmalerischen Overture begann ein fast zweistündiges Barockmusikerlebnis ohne Pause. Im Monolog zwischen den instrumentalen und gesungenen Stücken erzählte die Hauptdarstellerin, die blinde Emmeline (Johanna Wex) in Begleitung ihrer Zofe (Katharina d’Huc) von ihrer unerfüllten Liebe zu König Arthur.

Lieder von Kälte und Eis

Es geht in dieser sogenannten „Semi-Oper“ – mit Musik und gesprochenem Wort – um den Kampf der Kontrahenten König Arthur und dem Sachsenkönig Oswald, um Land, Macht und die Liebe zur Prinzessin Emmeline von Cornwalln. Die neue Fassung der Wolfratshauser Musikschule erzählt die Geschichte aus dem Blickwinkel der Prinzessin. Die Liedinhalte waren mystisch und mythologisch. Besonders beeindruckend sangen Solisten und der Chor Lieder von Kälte und Eis. „The Cold Genius“ und „Chorus of cold People“. Unglaublich emotional im Ausdruck und außergewöhnlich mit einer "frierenden" Stimme und immer wiederholenden Gesangsrefrains. Ein ganz spezieller Klangrhythmus entstand, der schaurig und schön zugleich war. Beeindruckend spielte auch Johanna Wex die Rolle der Emmeline. Wex gab den Inhalt der Oper in freier Rede vor dem geschlossenen Bühnenvorhang ohne Hilfe von Requisiten wieder. Für sie und alle teilnehmenden Künstler gab es am Ende tosenden Applaus für ein wirklich aufwendig inszeniertes Hörerlebnis. 

Fotos: Andrea Weber


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