Stadt Wolfratshausen
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Bluesfestival-Premiere fasziniert großes Publikum
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 11.11.2024 - Der Keller des Wolfratshauser Turms wurde am Wochenende zum Mekka für Bluesfans aus Deutschland und dem benachbarten Ausland. Renommierte Bands, Newcomer und ein Workshop sorgten an zwei Tagen für beste Stimmung. Nach der gelungenen Premiere sollte einer Neuauflage des Bluesfestivals nichts mehr im Wege stehen.
Rockiger Auftakt im ausverkauften Keller
Bestes Beispiel für die Virtuosität der Bluesmusiker ist der gerade mal 32-jährige Krissy Matthews, der das Festival am Freitagabend vor 200 Besuchern in der ausverkauften Kellerbühne eröffnete. Begleitet von seiner Band ließ der britisch-norwegische Gitarrist schnell vergessen, dass er „nur“ als Ersatz für den erkrankten Nick Woodland gebucht wurde. Vergleiche mit seinen Vorbildern John Mayall und B.B. King, mit denen er schon im Teenageralter auftrat, drängten sich auf. Aus Nordrhein-Westfalen reiste Henrik Freischlader an. Seine Mischung aus eingängigen Balladen wie „New Beginning“ und rockigen Nummern wie „The Bridge“ gefiel nahezu allen Besuchern. Einige gönnten sich aufgrund der Lautstärke jedoch eine Auszeit im Außenbereich. Dort bot ein Food-Truck unter anderem heiße Suppen an.
Konzerthöhepunkte nach dem Workshop
Zu zwei kurzweiligen Übungsstunden lud Kai Strauss am Samstagnachmittag rund ein Dutzend Hobbygitarristen in die benachbarte Bar „LJ’s“ ein. Kurz darauf gingen die Teilnehmern wieder in den Keller, um den Auftritt der „Vollmer Brothers“ nicht zu versäumen. Die in Geretsried aufgewachsenen Brüder Victor und Elias präsentierten zusammen mit dem österreichischen Schlagzeuger Steven Moser neben Blues auch Songs, die stark vom Soul, Jazz und Gospel beeinflusst waren. Michael Sedlatschek, Sänger der Chiemgauer Band „Tscheky & The Blues Kings“ gefiel das so gut, dass er Victor Vollmer am Ende des darauffolgenden Konzerts zum gemeinsamen Musizieren mit auf die Bühne holte.
Den krönenden Anschluss bildeten „Kai Strauss & The Electric Blue Allstars“. Der Bandleader und vorherige Workshopleiter ging einmal sogar Gitarre spielend durch die Publikumsreihen und ließ sich dementsprechend feiern. Am Ende zeigte sich neben Kulturmanager Andreas Kutter und Eventmanagerin Katharina Roßkopf auch Bluesfestival-Ideengeberin Christiane Sterz von der Wolfratshauser Tourist-Info sehr zufrieden. „Bei mir haben sich extra aus Nürnberg und Zürich angereiste Gäste bedankt“, verriet sie. So wurde auch der Wolfratshauser Fremdenverkehr von einigen übernachtenden Bluestouristen angekurbelt. Einzig am Samstag blieben einige Resttickets übrig. Nach zwei abwechslungsreichen Tagen stand für Publikum und Künstler fest: Der oft totgesagte Blues lebt und faziniert auch viele junge Menschen.
Fotos: Peter Herrmann







