Kreativtag in der Loisachhalle
Bürger wirken an der Aufwertung der Wolfratshauser Altstadt mit
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 29. 1. 2019 – Viele positive Impulse für die Umgestaltung der Wolfratshauser Altstadt liefert der im Herbst begonnene Bürgerbeteiligungsprozess. Nach einer Informationsveranstaltung im November, einer Stadt(ver)führung im Dezember und einem „digitalen Brainstorming“ durften die Bürger ihre Vorstellungen nun im Rahmen eines Kreativtages präsentieren.
Vier Arbeitsgruppen ermitteln Handlungsbedarfe
48 Bürger setzten sich an vier Tischen mit Stadtplanern und Moderatoren zusammen, um Vorschläge einzubringen und Planskizzen zu entwerfen. Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Altstadt einer umfassenden Aufwertung bedarf. Welche Maßnahmen dafür nötig sind, bleibt nach wie vor umstritten.
Mit fünf Impulsreferaten zu den bisherigen Ergebnissen aus der Auftaktveranstaltung im November sowie der Stadt(ver)führung und dem digitalen Brainstorming im Dezember wurden die Teilnehmer auf die später folgende Gruppenarbeit eingestimmt. Torsten Zink vom Büro „Identität und Image Coaching AG“ wünschte sich diesbezüglich eine rege Beteiligung: „Sie dürfen heute kreativ sein, lassen Sie sich nicht bremsen“, appellierte er an die Besucher. Denn die zahlreich erschienenen Vertreter des Stadtrates und der Stadtverwaltung durften den Diskussionen an den Tischen nur zuhören und mussten sich mit ihren Kommentaren zurückhalten.
Bis die jeweiligen Sprecher der vier Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse präsentieren durften, vergingen vier Stunden intensiver Kontroversen. Manch Teilnehmern schien am Ende dennoch die Zeit davonzulaufen. Denn erst als die Vorschläge mit Stift und Lineal in die Pläne eingezeichnet wurden, offenbarten sich weitere Optionen. Im Brennpunkt stand dabei vor allem die Gestaltung des Marienplatzes. „Eine Variante wäre, die Bäume und den Brunnen zu versetzen, um mehr Raum für Veranstaltungen zu gewinnen“, berichtete Gruppensprecher Michael Ballon. Hierfür wäre auch eine ebenerdige Gestaltung und eine Abschaffung der Stufen hilfreich. Die Einrichtungen von Querungshilfen sowie die Schaffung eines Tempolimits von 30 km/h für den Bereich zwischen der Musikschule und dem Schwankl-Eck sollen die Fußgängerfreundlichkeit in der Innenstadt erhöhen. Einer Veränderung bedürfe laut Ingrid Schnaller auch der Birnmühlplatz. „Die beiden Stellplätze müssten dort gestrichen werden, um mehr Raum zu schaffen“, sagte die Vorsitzende des Werbekreises Wolfratshausen.
Die kurz dahinterliegende Engstelle am Untermarkt könnte durch die Errichtung eines Einlasstores in die Marktstraße optisch aufgewertet werden. Ein umfassendes Entwässerungskonzept für die zum Bergwald führenden Seitengassen am Ober- und Untermarkt forderte eine von dem Sprecher Harald Thomas vertretene Gruppe. „Wir wünschen uns auch, dass der Schwerlastverkehr aus der Marktstraße verbannt und auf die Autobahn umgeleitet wird“, forderte Thomas. Zur weiteren Attraktivitätssteigerung sollen Ruhebänke und Ladestationen für E-Bikes und Smartphones beitragen. Ein komplettes Parkverbot in der Marktstraße wurde an einem weiteren Tisch diskutiert. „Eine Ausnahmeregelung soll nur für behinderte Verkehrsteilnehmer gelten“, schlug Sprecherin Melanie Penzkofer vor.
So geht es weiter
Am Ende des Kreativtages stellte Stephanie Pettrich vom Büro „Identität und Image Coaching AG“ die weiteren Schritte des Bürgerbeteiligungsprozesses vor. Demnach findet am 28. Februar in der Stadtbücherei von 16 bis 18 Uhr ein nicht-öffentlicher Machbarkeits-Workshop statt. „Dort wird die Umsetzbarkeit der erarbeiteten Vorschläge geprüft“, verspricht Pettrich. Beteiligt sind jeweils zwei Sprecher der vier Arbeitsgruppen des Kreativtages sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung, Vertreter der vier Stadtratsfraktionen, der Regierung von Oberbayern, des Landratsamtes und des Landesamts für Denkmalpflege sowie des Vereins Lebendige Altstadt, des Werbekreises und der Unternehmervereinigung Wolfratshausen. Am 10. April kommt es dann in der Loisachhalle von 19 bis 21 Uhr zur öffentlichen Abschlussveranstaltung. Einen Beschluss zu den dann vorliegenden Ergebnissen wird der Stadtrat im Mai fassen. Die endgültige Realisierung dürfte danach hoffentlich nur noch Formsache sein.
Foto: Peter Herrmann






