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Loisachhalle Wolfratshausen

Loisachhalle Wolfratshausen

Django Asül derbleckt lokal und global

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 2.11.2024 – Man kennt ihn als Redner beim Maibock-Anstich und ehemaligen Nockherberg-Fastenprediger. Nun präsentierte Django Asül in der Loisachhalle sein neues Programm „Am Ende vorn“ unt teilte dabei auch ironische Seitenhiebe auf die Stadt Wolfratshausen aus.

Flößerstadt als mondänes Touristenzentrum

„Für uns Niederbayern ist Wolfratshausen der Inbegriff des Mondänen“, schickte der 52-Jährige voraus. Bei einer Altstadtführung habe er erfahren, dass die alten Flößer das Vorbild für die ZDF-Erfolgsserie „Traumschiff“ gewesen seien und 1945 nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs viele amerikanische Touristen die Stadt besuchten. Das legendäre Wolfratshauser Frühstück der damaligen Kanzlerkandidatin Angela Merkel mit dem ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber am 11. Januar 2002 nannte Asül das erste und beste Beispiel für das „Versemmeln“ einer sicher geglaubten Wahl. Lobend äußerte sich der Kabarettist über die Firma EagleBurgmann: „Ich sammle Gleitringdichtungen“.

Zwischen Intervallfasten und Weltpoltik

Nach dieser lokalen Hommage an seinen Auftrittsort nippte Django Asül genüsslich an seinem Weißbierblas und galoppierte in atemberaubendem Tempo durch Stammtischerlebnisse in seiner Heimatgemeinde Hengersberg, Auslandsreisen in die bosnische Hauptstadt Sarajevo und Erinnerungen an die Fußball-Weltmeisterschaft 1974. So lernte er Blauhelm-Soldaten kennen, die „schwer bewaffnet wie Berliner Hauptschüler“ daherkamen. Vergleichsweise harmlos sind da die dauerbesoffenen Kommentare von Menschen, die ihm an niederbayerischen Stammtischen die Vorzüge des Intervallfastens oder die Weltpolitik erklären wollen. „Präsident Waldimir Putin ist nur so schlecht drauf, weil er nicht so viel säuft wie sein Vorgänger Boris Jelzin“, zitierte Asül einen lallenden Bekannten. Ermüdend empfindet der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist dagegen die Dialoge von TV-Talker Markus Lanz und dem Philosophen Richard David Precht, „weil sie viel reden, obwohl sie nichts wissen“. In einer halbstündigen Pause sowie nach seinem Auftritt mischte sich Django Asül unters Publikum und ließ jede Menge Selfies zu.

Fotos: Peter Herrmann

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