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Abenteuertag „Wild“ in der Loisachhalle Wolfratshausen

Abenteuertag „Wild“ in der Loisachhalle Wolfratshausen

Eindrucksvolle Bilderreise durch Italien und europäische Berglandschaften

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 28.1.2025 - Bereits in den vergangenen Jahren war das „Wild! Abenteuer-Festival“ ein Publikumsmagnet. Um die Wartezeit auf die Neuauflage (24.-25. Januar 2026)zu verkürzen, luden der Reisejournalist Dirk Rohrbach und die Stadt Wolfratshausen zu einem komprimierten Abenteuertag mit zwei sehenswerten Live-Reportagen ins Foyer der Loisachhalle ein. Dabei ließen sich die Besucher zunächst auf eine irrwitzige Reise durch Italien und danach auf „Europas heilige Berge" entführen.

Fiat 500 „Luigi" erobert die Herzen

Über vollbesetzte Sitzreihen freuten sich am Sonntagnachmittag zunächst die beiden Fotografen Martin Buschmann und Gereon Römer. „Sie haben eine unfassbare Geschichte mitgebracht", kündigte Dirk Rohrbach ihren Roadtrip an. Denn die Umsetzung der „Schnapsidee", mit einem Fiat 500, Baujahr 1967, in mehreren Etappen rund 1800 Straßenkilometer von Freiburg nach Catania auf Sizilien zurückzulegen, erwies sich als nicht ganz einfach. Motorschäden und Corona-Lockdowns zwangen die beiden Männer zwei Mal zum vorzeitigen Umkehren.

Auf den 2114 Meter hohen Schweizer Splügenpass schaffte es das nur 18 PS starke Auto dennoch. Es folgten beeindruckende Aufnahmen vom Comer See, Cinque Terre und ein Besuch der Oper „Don Giovanni" in der weltberühmten Mailander Scala. Um „Luigi" vor Monumenten wie etwa dem schiefen Turm von Pisa zu platzieren, umgingen die beiden Fotografen auf kreative Weise auch Zufahrts- und Parkverbote. So schoben sie das Gefährt oft in den frühen Morgenstunden auf die zu dieser Zeit verlassenen Plätze. Geldstrafen gab's dennoch. In Rom und auf Sizilien eroberte „Luigi" dann die Herzen von Passanten und Fiat-500-Liebhabern. Selfies mit jungen Frauen, eine Einladung zu einem Oldtimertreffen sowie Besuche in der ältesten Pizzeria der Welt und auf einer Zitronenplantage prägten die letzten Stationen der aufregenden Reise.

Vom Olymp bis zur Benediktenwand

„Was macht einen Berg heilig?", fragte Abenteuerfotograf Bernd Ritschel zu Beginn seines Vortrags. Bilderreiche Antworten gaben seine Ausführungen zu 22 Bergen in ganz Europa. So finden beispielsweise Bittprozessionen an den Vulkanen Vesuv oder Ätna statt, um die Bevölkerung vor Lavaausbrüchen zu verschonen. Den Olymp verehrten die Griechen einst sogar als Sitz der Götter. Bei anderen Bergen wie beispielsweise den Südtiroler Dolomiten regt ihre Form oder ihre Höhe die Fantasie an. Bernd Ritschel nahm sich viel Zeit für seine Bilder. Oft harrte er mehrere Tage im Freien aus, übernachtete bei Minusgraden in Zelten und kämpfte sich mitunter auch durch Schneestürme. „Das war eine Reise in den Stillstand und die Entschleunigung", berichtete Ritschel beispielsweise über den Sveti Jure in Kroatien. Beim Abstieg musste er sich jedoch bissigen Hirtenhunden erwehren. Anstrengend gestaltete sich der mehrtägige Transport des neuen Gipfelkreuzes auf die Benediktenwand. Bernd Ritschel begleitete die rund 250 Helfer mit der Kamera und war sich danach sicher: „Die Benediktenwand hätte es auch verdient, ein heiliger Berg zu werden!".

Fotos: Peter Herrmann


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