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Stadt Wolfratshausen

Feierliche Museumseröffnung

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 11.2.2023 – Mit zahlreichen Festreden und einem Sektempfang in der Loisachhalle begannen am Freitagnachmittag die Einweihungsfeierlichkeiten für das
„Museum Wolfratshausen“. Kurz darauf gingen rund 200 Menschen über den Sebastianisteg zum gegenüberliegenden Loisachufer, um am Untermarkt 10 die neuen Ausstellungsräume zu besichtigen.

„Schmuckstück“ im Herzen der Altstadt

Der von Yoshisa Kinoshita geleitete Kinderchor der Musikschule eröffnete die Feierlichkeiten in der Loisachhalle. „Auf diesen Tag haben wir lange hingefiebert“, zeigte sich Klaus Heilinglechner aufgeregt. Er würdige das Museum als „Schmuckstück“ und „glänzendes Entrée der Marktstraße“. Dr. Christof Flügel von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern lobte den zügigen und gelungenen Umgestaltungsprozess des Museums. „Durchschnittlich brauchen Kommunen in Bayern dafür sechs bis sieben Jahre, hier hat es nur zweieinhalb Jahre gedauert." Heilinglechner dankte in diesem Zusammenhang der Museumsleiterin Annekatrin Schulz. „Wir wollen für Einheimische und Touristen offen und inklusiv sein“, kündigte sie an. Erleichtert wurde die umfangreiche Gebäudesanierung durch staatliche Fördermittel.

Ralph Imhof, Sachgebietsleiter im Städtebau bei der Regierung von Oberbayern, bezifferte das Zuschussvolumen auf 1,7 Millionen Euro. „Das ist erst der Anfang: Die Sanierung der Marktstraße haben wir noch vor uns“, kündigte er an. Ministerialdirektorin Dr. Ulrike Wolf wünschte sich abschließend, dass möglichst viele Besucher ins Museum kommen. Martin Melf, Referatsleiter Bildung und Soziales, hat daran keine Zweifel. „Wolfratshausen besteht nicht nur aus Akten, Fakten, Daten und Häusern - durch die Geschichten der Leute wird Wolfratshausen zur Heimat“, glaubt er.

Rundgang durchs Museum

Nachdem der katholische Dekan Gerhard Beham und der evangelische Pfarrer Florian Gruber den kirchlichen Segen für das Gebäude erteilt hatten, durchschnitt Bürgermeister Klaus Heilinglechner das rote Band. Die Festgäste, unter ihnen auch Zweiter Landrat Thomas Holz, Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber sowie zahlreiche Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden und Städten, nutzten ausgiebig die Gelegenheit zur Besichtigung. Zentrales Element des Museums ist ein Zeitstrahl, der alle wichtigen Ereignisse der Wolfratshauser Geschichte veranschaulicht. Um ihn herum laden offen gestaltete Räume mit interaktiven Stationen, Bildern, Texten und Exponaten zum Verweilen ein. Dargestellt wird beispielsweise der Alltag der Vereine und Brauchtumsgruppen, die Entwicklung der Gewerbebetriebe, die Geschichte
der Flößerei und die Erlebnisse von prominenten Zeitzeugen wie beispielsweise dem Lyriker Rainer Maria Rilke, der 1897 mit Lou-Andreas Salomé einen Liebessommer am Fuße des Bergwaldes verbrachte.

Weitere Höhepunkte sind der historische Geigerladen sowie diverse Flößerei-Attraktionen. Selbstverständlich gibt es auch Exponate zum Schutzheiligen St. Nantovinus, dem ein Schrein gewidmet ist. Am Eröffnungswochenende können Besucher das neue Museum bei freiem Eintritt besichtigen.

Fotos: Peter Herrmann


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