
Ehrenamtspreisverleihung 2020 der Stadt Wolfratshausen
Helden des Alltags
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 3.2.2020 – 20 ehrenamtlich engagierte Bürger und Bürgerinnen von Wolfratshausen nahmen im Rahmen eines Festabends im Speisesaal der Heilerziehungspflegeschule (HEP) die erstmals von der Stadt Wolfratshausen verliehenen Ehrenamtspreise entgegen. Dabei verrieten sie in einer von Dominik Stallein moderierten Talkrunde, warum sie sich auch ohne Entgelt gern für das Gemeinwohl einsetzen.
Richtlinien für die Vorauswahl
„Es war nicht leicht, Richtlinien für die Ehrung festzusetzen“, schickte Bürgermeister Klaus Heilinglechner voraus. So hatte eine von SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner geleitete parteiübergreifende Arbeitsgruppe einen diesbezüglichen Antrag schon vor knapp einem Jahr im Jugend- und Kulturausschuss vorgestellt. Voraussetzung sollte sein, dass die Nominierten mindestens drei Stunden pro Woche und mindestens zehn Jahre eine ehrenamtliche Tätigkeit ausgeübt haben. Miteinbezogen wurden auch Menschen, die sich projektbezogen über einen kürzeren Zeitraum intensiv ehrenamtlich eingebracht haben. Nachdem Vereine, Organisationen, Stadträte und Bürgern verschiedene Personen vorgeschlagen hatten, wählte der Stadtrat schließlich im Dezember in einer nicht-öffentlichen Sitzung 20 Preisträger aus. Landrat Josef Niedermaier, Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Initiator Fritz Meixner ließen es sich nicht nehmen, ihnen ausdrücklich für ihr Engagement zu danken. „Sie sind der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält: Davon werden in Zukunft sicher noch mehr brauchen“, erklärte Meixner.
Ehrungen in acht Kategorien
Moderator Dominik Stallein bat die in acht Kategorien ausgezeichneten Preisträger in kleinen Gruppen zu kurzen Interviews auf die Bühne. Dabei erfuhren die an den festlich dekorierten Tischen sitzenden Gäste viel über die Motivation und den Idealismus der Alltagshelden. „Man stellt sich schnell auf die jeweilige Notsituation ein“, versicherte BRK-Bereitschaftsleiter Wolfgang Tutsch. Natürlich falle es nicht immer leicht, das Erlebte sofort zu verarbeiten. „Das Entscheidende ist aber, dass wir in einer Gruppe zusammenarbeiten: Das macht auch Freude“, ergänzte BRK-Kollege Christoph Preuss. Feuerwehrmann Erich Roth kann das bestätigen: „In der Kameradschaft ist man gut aufgehoben“.
Dass ehrenamtliche Hilfeleistungen manchmal sogar abgelehnt werden, berichtete Ilse Nitzsche. Zusammen mit dem engagierten Team des Vereins „Arbeit für Jugend“ hat sie in 22 Jahren rund 1000 lernschwachen Schülern geholfen, ihre Noten zu verbessern und so leichter einen Ausbildungsplatz zu bekommen. „Die Jugendlichen, die es am meisten nötig hatten, mussten wir überreden“, erinnerte sie sich. Von einem Helfer-Gen sprachen die drei jungen BRK-Einsatzkräfte Benno Schreiter, Andrea Köppl und Florian Hauke. „Es ist sehr sinnvoll, so seine Freizeit zu verbringen, und es macht auch Spaß“, sagte Schreiter.
Fotos: Peter Herrmann





