Loisachhalle Wolfratshausen
Loisachhalle Wolfratshausen
Hundetrainer Holger Schüler hält den Spiegel vor
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 18.5.2022 – „Nicht der Hund ist das Problem“, sagt Holger Schüler, der bekannte Hundetrainer aus Funk und Fernsehen. Er hielt in seinem zweistündigen Vortrag den Menschen und nicht den Vierbeinern den Spiegel vor Augen. Die eigentlichen Stars aber waren seine zwei Chesapeake-Bay-Retriever Dakota (acht Jahre) und Anoki (acht Monate), amerikanische Jagdhunde mit dunkelbraunem Kurzhaarfell, drahtiger Figur und eisgrauen Augen. Sie zeigten den rund 50 Tierfreunden, wie ein Hund hört und reagiert. Ein höchst amüsanter und kurzweiliger Abend nicht nur für Hundekenner, sondern auch für alle Tierliebhaber von Meerschweinchen und Co.
Seit 27 Jahren ist der Rheinlandpfälzer Hundeerziehungsberater und Trainer und hat schon viel bei seinen Hausbesuchen erlebt. Er erzählte amüsante Geschichten von solchen Herrchen und Frauchen, die sich beim Hundespaziergang mit ihrem Vierbeiner im Gebüsch verstecken, um anderen Hundebesitzern den Weg frei zu machen und von denen, die ihrem Struppi hinterherlaufen, wenn der mal wieder Reißaus nimmt. Der kahlgeschorene Profi mit dem langen Zopf am Bart gestand ein, dass auch er es schwer hatte seinem kleinen Hund Manieren bei zu bringen: „Hätte ich Haare auf dem Kopf, wären die schon grau.“ Schüler erläuterte teils sachlich die Beziehung zwischen Mensch und Tier, konnte aber auch aufjaulen wie ein Hund, gestikulieren und imitieren. Er holte Anoki und Dakota vor zur Bühne und veranschaulichte in der Praxis wie Herrchen und Hunde ticken. „Mit kurzem Schwanzwedeln kann ein Hund mehr aussagen, als ein Mensch mit stundenlangem Reden“, so Schüler.
„Hundeerziehung bedeutet Verlässlichkeit aufeinander und Dankbarkeit füreinander.“
Früher bewachten Hunde Höfe und gingen mit auf die Jagd. Heute gebe es in jedem vierten Haushalt einen Hund, weiß der Experte. „Sie dürfen ins Bett, werden angezogen und mit dem Hundebobby-Car durch die Gegend gefahren.“ Jeder Hundebesitzer weiß, dass klare Grenzen gesetzt werden müssen, wie wichtig der Spieltrieb für den Hund ist und die Impulskontrolle funktionieren muss, also das gehorchen von Befehlen. „Hundeerziehung bedeutet Verlässlichkeit aufeinander und Dankbarkeit füreinander.“ Das sei, so der Profi, die Basis für eine intensive Bindung. Hunde kämen nicht aggressiv auf die Welt, aber sie brauchen klare Regeln und feste Strukturen. „Wenn sie das zuhause nicht lernen, wie sollen sie wissen, wie sie sich draußen benehmen?“ Am Ende konnten sich die Besucher von Holger Schüler persönliche Ratschläge geben lassen: „Sagen Sie Herr Schüler, wie oft darf ich meinem Liebling die Leberwurst geben“, fragte eine Dame am Ausgang, bevor sie ging.
Homepage von Holger Schüler www.aufsechspfoten.de
Fotos: Andrea Weber







