Das Magazin für das Bayerische Oberland

Flussfestival 2021 - Wolfratshausen

Iberl-Bühne auf der Loisach

Von Andrea Weber

München/Wolfratshausen, 2.7.2021 – Das bekannte Wirtshaustheater, die Iberl Bühne aus Solln, kommt erstmals zum Flussfestival nach Wolfratshausen. „Hollerküacherl“ heißt der bayerische Schwank von Georg Maier. 1966 hat Georg Maier die Iberl Bühne eröffnet und an die 45 Bühnenstücke für sein Theater geschrieben. Georg Maier ist im Januar verstorben. Seine Frau Raphaela Maier führt sein Vermächtnis in seinem Sinn weiter. Sie spielt die Rolle der Pfarrhelferin im Stück. Als Bühnenpartner ist der bekannte Schauspieler Hansi Kraus mit dabei. Er ist der "Schleicher".

Frau Maier, mögen Sie eigentlich Hollerküacherl?

(Sie lacht). Meinen Sie das Stück oder das Gebäck?

Beides.

Ja, sehr gerne. Das ist eine bayerische Spezialität, die man nicht überall bekommt. Ein altes Rezept. Unser Bühnenstück macht Appetit. Wir legen großen Wert, das alte bayerische Bräuche und der Sprachgebrauch im Gedächtnis bleiben und nicht verloren gehen. Da gehört die traditionelle bayerische Küche mit dazu, finde ich.

Verraten Sie uns ein wenig über das Bühnenstück „Hollerküacherl“, das Sie auf dem Flussfestival aufführen werden?

Es wird ein kurzweiliger Abend mit vielen Pointen und feinem Wortwitz. Kein Schenkelklopfer, wo man nach fünf Minuten schon weiß, wie es ausgehen wird. Mein Mann legte stets Wert auf durchdachte Geschichten mit verschiedenen Handlungszweigen, die sich erst am Ende des Stücks auflösen. Jeder Lacher muss sitzen, jede Pointe stimmen. Das Geschehen auf der Bühne muss spontan wirken und nicht einstudiert. Bei uns ist jeder Abend anders, weil wir das Publikum mit einbinden. Und ganz wichtig sind die Figuren.

Welche sind das zum Beispiel?

Da ist zum Beispiel der Dorfpfarrer (Erwin Brantl), ein guter Kerl und Liebhaber der Hollerküacherl. Dann gibt’s mich, die böse Pfarrhelferin. Wir nennen sie die „Zölibatsverstärkerin“, die alles beschaulich durcheinanderbringt, und den „Schleicher“, gespielt von dem bekannten Fernseh-Schauspieler Hansi Kraus.

Herr Kraus, Sie sind der Detektiv im Stück. Liegt ihnen diese investigative Arbeit?

Vor allem ist der „Schleicher“ ein Hallodri. Er quartiert sich beim Pfarrer ein und lässt sich gut versorgen. Ich gehöre übrigens seit 2006 zum Ensemble der Iberl Bühne. Damals spielte ich im gleichen Stück den braven Pfarrer. Aber der durchtriebene „Schleicher“ macht mir mehr Spaß.

Ihre Schauspielkarriere begann als Lausbub in dem 1964 verfilmten Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma und später mit Starbesetzung in der Serie „Die Lümmel von der ersten Bank“ (1967) mit unter anderem Peter Alexander und Uschi Glas. Sind Sie grundsätzlich ein Schelm?

Ja, ich war als Bub die Idealbesetzung. Die haben sogar meine privaten Streiche ins Drehbuch genommen. Zum Beispiel dem Lehrer Juckpulver auf’s Klopapier zu streuen. Ein netter Streich geht immer, auch heute noch. Es darf nur niemand zu schaden kommen.

Zum ersten Mal ist die Iberl Bühne auf dem Flussfestival zu Gast. Wie finden Sie das, Frau Maier?

Ganz ehrlich, das habe ich mir schon lange gewünscht. Dass es heuer spontan klappt, finde ich großartig. Ich bin dankbar, dass wir auch rechtzeitig wieder planen und proben konnten. Ich freue mich sehr auf unsere Freiluft-Aufführung.

Haben Sie, Herr Kraus schon einmal auf einer schwimmenden Bühne gespielt?

Nein, weder mit der Iberl Bühne, noch allein. Hoffentlich werde ich nicht seekrank.

Aufführung am Freitag, 23.07.2021, Einlass: 18.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr, VVK: € 26,- / erm. € 21,- (inkl. Gebühren)

Flussfestival-Programm und Kartenvorverkauf unter www.flussfestival.de  

Fotos: Iberl-Bühne


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