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Stadt Wolfratshausen

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Jürgen Göbel erhält Bürgermedaille

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen/Waldram, 4.7.2022 – Das Engagement für ein friedliches und geeintes Europa prägt das Leben von Jürgen Göbel. Weil er damit auch zum positiven Ansehen seines Wohnorts Wolfratshausen beitrug, verlieh im Bürgermeister Klaus Heilinglechner am Donnerstagabend bei einem Festakt im Erinnerungsort Badehaus die Bürgermedaille.

Vom Bergbauingenieur zum Kreisvorsitzenden der Europa-Union

„Wenn man einen Orden verliehen bekommt, merkt man das man alt ist“, zitierte Göbel den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Dabei machte der rüstige Rentner vor vier Jahren noch das Sportabzeichen beim TSV Wolfratshausen. Beim Rückblick auf sein Leben überwiegen „Freude und Dankbarkeit“. Denn die Kindheit des im August 1940 geborenen Preisträgers war alles andere als einfach. Sein Vater starb kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, seine Mutter bereits im Alter von 44 Jahren. „Ich war mit 18 Vollwaise und hatte schlechte Startbedingungen“, gestand Göbel. Als Bergbauingenieur in Hessen lernte er schnell, was harte Arbeit bedeutet. 1000 Meter unter der Erdoberfläche haben der gebürtige Dillenburger und seine Kollegen „Staub gefressen“.

Es folgten längere Auslandsaufenthalte in verschiedenen Staaten Afrikas und im Mittleren Orient. Dort erlebte Göbel mitunter Diktaturen und Bürgerkriege. Grund genug, sich für Demokratie, Frieden und Einheit in Europa einzusetzen. Seit 1968 lebte der ehemalige Vertriebsleiter der Gämmerler-Kieswerke mit seiner Frau Margret in Wolfratshausen, 1979 schloss er sich der Europa-Union an. Bei dem überparteilichen Zusammenschluss engagierte sich Göbel von 1987 bis 2016 als Kreisvorsitzender. Während dieser Zeit setzte er sich für europäische Städtepartnerschaften ein, organisierte Vorträge sowie Bildungsreisen und engagierte sich im Partnerschaftsverein Barbezieux-Wolfratshausen. Kurz vor der Verleihung der Bürgermedaille las der Geehrte im Badehaus einen Spruch, der sein Wirken auf den Punkt bringt: „Es können nicht alle Helden sein, aber jeder kann ein Mensch sein“.

Lob vom Bürgermeister und Stadtrat

Umrahmt von der Musik des Streicherensembles Sigrid von Kracht, Christiane und Elisabeth Schäfermeyer würdigte zuvor Bürgermeister Klaus Heilinglechner das Lebenswerk von Jürgen Göbel in einer Laudatio. „Du hast die europäische Idee so verinnerlicht, dass sie auf andere Menschen überging“, lobte der Rathauschef. Die Sprecher der Wolfratshauser Stadtratsfraktionen zeigten sich in ihren kurzen Ansprachen ebenfalls beeindruckt. „Leute wie Sie brauchen wir dringend in unserer Gesellschaft“, erklärte Dr. Hans Schmid (Grüne). Claudia Drexl-Weile (CSU) hob Göbels „unermüdlichen“ Einsatz für Europa hervor. Josef Praller (Bürgervereinigung) sprach von einem berührenden Lebenslauf. Manfred Menke (SPD) fand, dass die Auszeichnung für Göbel zum richtigen Zeitpunkt kommt. „Dauerhafte Friede und Freiheit sind leider keine Selbstverständlichkeiten“, sagte er. Helmut Forster (Wolfratshauser Liste) imponierte vor allem die Tatkraft des neuen Bürgermedaillenträgers. „Für ihn ist der europäische Gedanke nicht nur ein
Lippenbekenntnis, sondern eine Lebensaufgabe“, bemerkte der Wirtschaftsreferent des Stadtrats.

Fotos: Peter Herrmann


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