Valentin Preißler Quartett - LoisachJazz Wolfratshausen
Keine Musik für zahme Haustiere
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 20.2.2023 – Das Valentin Preißler Quartett war zu Gast bei LoisachJazz. Im gut besuchten Saal der Wolfratshauser Musikschule präsentierten die vier Musiker energetischen Cool Jazz. Starker Sound, exzellent gespielt, variantenreich improvisiert – eine Musik, geschrieben von Bandchef Valentin Preißler, die ruhig und rhythmisch begann und immer eine kraftvolle Dynamic aufnahm. Ein wahrlich tierisch guter Sound, der vom wehmütigen Elephanten – so der Titel des aktuellen Albums – aber auch von der betrunkenen Schildkröte und dem lustigen Lurch erzählt.
Valentin Preißler gibt seiner Musik gerne Titel aus der Tierwelt. Auf dem aktuellen Album sitzt ein Elefant als gezeichnete Karikatur, dessen Rüsselende sich zum Saxofon wandelt. Kraft und Energie spiegelt diese Metapher, aber auch hohe Einfühlsamkeit, die man auch den Dickhäutern zuspricht. Preißler spielt sein Saxofon mit äußerster Hingabe und entlockt ihm harmonische Melodien, abstrakt klingende Töne, und solche, die wie ein Hauch von Nichts das Stück beenden. Seine Lieder erzählen Geschichten aus der Tierwelt, vom vorsichtigen Anschleichen bis zum gewaltigen Angriff. Valentin Preißler hat exzellente Musiker an seiner Seite, die dieses Klanggebilde mitgestalten. Am Flügel Luca Zambito, der die Melodien wie klangmalerische Landschaften legt. Am Schlagzeug Valentin Renner, der alle Rhythmik-Facetten mit seinen Drumsticks zaubert und Andreas Kurz, der den tiefgründigen Bassteppich darunterlegt, mit viel Gefühl für die Saiten seines Kontrabasses. Kurzum vier Musiker, die miteinander Dialoge führen und wie im Jazz üblich, gefühlvoll improvisieren können.
„Die gleichen Stücke sind jeden Abend anders“
Preißler erklärte, wie seine Musik entsteht. „Der einsame Weg“ ist eine gefühlvolle Ballade, eine musikalische Erinnerung an seinen verstorbenen Vater und gleichzeitig eine ehrliche Sicht auf den Tod. „Jeder muss ihn alleine gehen“, so der in Rosenheim geborene Musiker. Mit dem Stück „Gleis 11“, hat er den Wettkampf mit der Zeit beschrieben, wenn er am Hauptbahnhof zum Zug eilt. Es ist ein hastig getriebener Sound mit einem stolpernden Schlagzeug-Rhythmus. Der Jazz des Valentin Preißler Quartetts war kraftvoll, ehrlich, energetisch – keine Musik für zahme Haustiere.
Fotos: Andrea Weber







