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Neue Philharmonie München in der Loisachhalle, Wolfratshausen

Klanggenuss höchster Güte

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 4.3.2019 – Die bekannte russisch-deutsche Violinistin Maria Solozobova, preisgekrönt und auf internationalem Parkett zuhause, war auf Einladung der Musikwerkstatt Jugend e.V. zu Gast in der Loisachhalle in Wolfratshausen. Sie spielte wie eine Göttin Tschaikowskys Violinkonzert Opus 35, umrahmt von den jungen engagierten Musikern der Neuen Philharmonie München. Ein Hochgenuss für das Publikum im ausverkauften Saal. Tosenden Applaus gab es zurecht für ein Klangerlebnis höchster Güte. 

Bereits der Einstieg in den Konzertabend mit der Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel Egmont, opus 84 von Ludwig van Beethoven kündigte an, dass der Abend ein Hörerlebnis werden wird. Unter der Orchesterleitung des renommierten Dirigenten Fuad Ibrahimov präsentierten die jungen Musiker und Musikerinnen ein klangmalerisches Kunstwerk höchster Brillanz und mit starkem Ausdruck und gefühlvoller Emotion dargeboten. Die Musik wurde spürbar und erlebbar für das Publikum, das vom Zauber des Klangreichtums sofort ergriffen war. Diese Ouvertüre lässt bereits in den ersten Takten die Tragweite des Themas deutlich entstehen. Es geht darin, um die Tragödie der Hinrichtung des Grafen Egmont aus Goethes Trauerspiel. Mit dem ergreifenden Rhythmus des Trauermarsches entwickelte sich ein virtuoses Zusammenspiel der jungen Instrumentalisten – darunter sechs Kontrabassisten,  Streicher und Bläser.  Sie alle sind hervorragende Musikstudenten aus verschiedenen Ländern Europas, die projektweise zusammenkommen und mit herausragenden Profis auf internationalen Bühnen spielen.

Dieses Mal mit der Violinistin Maria Solozobova. Sie zählt zu den besten ihrer Generation. Sie ist auf den großen Bühnen der Welt zuhause und tritt mit den renommiertesten Sinfonieorchestern der Welt auf. Solozobova ist in Moskau geboren und lebt heute in der Schweiz. Sie gewann mit zehn Jahren den wichtigsten Jugendmusikwettbewerb Russlands. Es folgten zahlreiche Preise internationaler Musikwettbewerbe.

Vielzahl an Klangfacetten

Maria Solozobova hat Tschaikowskys Konzert für Violine und Orchester in D-dur, opus 35, mit einer unglaublichen Vielzahl an Klangfacetten interpretiert, die zum Teil in bizarrste Höhenlagen aufstiegen. Charakterstark, emotional, sanft und energisch. Wie im Dialog wechselte sie sich im Solo mit dem Orchester ab, dabei war ihr Geigenspiel die Erzählung, das Orchester die Untermalung. Im Anschluss an die höchst vielschichtige Darbietung Solozobovas endete der Konzertabend mit der bekannten und von Klassikliebhabern begehrten Tschaikowskys Sinfonie Nr. 6 „Pathétique" in h-Moll. Auch das war noch einmal nach der Pause ein Klangerlebnis, das sich mit variationsreichem Wechselspiel zwischen Melodie, Thema und Rhythmik von allem bisherigen abhob. Tosenden Applaus gab es für die Musiker der Neuen Philharmonie München unter Leitung von Chefdirigent Fuad Ibrahimov, der seinerseits als Leiter des Staatlichen Sinfonieorchesters Aserbeidschan, Chefdirigent der Neuen Philharmonie München und des Baku Chamber Orchesters in der internationalen Klassikszene kein Unbedeutender ist.
     
Die Neue Philharmonie München wurde 2005 vom Förderverein „Musikwerkstatt Jugend e.V.“ gegründet. Sie hat sich inzwischen zu einem der meistbeachtesten junge Orchester Deutschlands entwickelt. Das Orchester bietet besonders begabten jungen Musikerinnen und Musikern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren die Chance, in vielseitigen Projekten kompetent und qualifiziert an den Beruf des Orchestermusikers herangeführt zu werden.
www.mwj.nphm.info/neue-philharmonie-muenchen/

Fotos: Andrea Weber


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