Ausstellung im Amtsgericht Wolfratshausen
Ausstellung im Amtsgericht Wolfratshausen
Künstlerische Codes
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 18.1.2023 – Alle drei Monate finden im Amtsgericht Wolfratshausen Kunstausstellungen statt. Das hat sich inzwischen weithin herumgesprochen. Dietmar Galuschka, ehemaliger Geschäftsführer der Behörde, sorgt seit seinem Renteneintritt vor gut zehn Jahren dafür, dass Künstler einen öffentlichen Ort haben, um sich zu präsentieren. Nun zeigt die Münchner Künstlerin Heike Eiber ihr „Farbreich“ im Obergeschoss. Es sind Abstraktionen, die einem künstlerischen Code zu folgen scheinen.
Dietmar Galuschka ist da, wenn der Künstler kommt, um seine Bilder aufzuhängen. Er achtet darauf, dass keines der Bilder schief am Haken hängt und weiß, wo sich die exponierten Plätze befinden. Die aktuelle Ausstellung der 62-jährigen Autodidaktin ist sehenswert. In ihren Bildern zeigt sich, dass Abstraktion nicht gleich Abstraktion ist. Eiber hat einen eigenen Duktus entwickelt, der wie ein künstlerischer Code aus Punkten, Linien, Kringel wirkt. Es sind Farbkompositionen mit höchster Dynamik und Kontrasten. Zum Beispiel sind zwei große Leinwandbilder aus Acryl zu sehen aus unzähligen, kleinteiligen Elementen. Die beiden Bilder sind im Schwerpunkt in Blau und Rot gehalten, entfalten sich in ihrer Gesamtheit jedoch in unzählige Farbnuancen. Es sind Farben, die sich mögen, die gute Laune machen. „Nicht mehr – nicht weniger“, so der passende Titel. Eine Trilogie in Blau fängt den Blick ein. Weiße Kringel tanzen vermeintlich ungeordnet auf der Fläche. „Bitte schauen Sie genau hin, dann sehen Sie, dass sich die Motive ergänzen“, erklärt die Künstlerin. Ist auch das ein Code, der vielleicht ins Unterbewusste führt?
Farbenreich und experimentierfreudig
Vor zehn Jahren begann die gebürtige Düsseldorferin zu malen, die seit 1994 in München lebt. „Es war eine Zeit hoher beruflicher Belastung“, erinnert sich die gelernte Juristin, die damals als Kongressmanagerin arbeitete. 2017 hängte sie ihren stressigen Beruf an den Nagel und begann zu malen. „Ich schließe die Ateliertüre und bin mit mir allein.“ Ihr Atelier befand sich bisher in einer Garage. Kürzlich hat die Künstlerin ein Atelier im Neu-Perlacher „Shaere“ bezogen. „Farbreich“ nennt sie ihr Atelier. Farbenreich sind ihre Bilder. Sie experimentiert mit Farbschichten. Sie lässt aber auch durch abstrakte Farbkleckse eine angedeutete Form entstehen. Heike Eiber ist Leiterin der Künstlergilde Berg am Laim (München). Außerdem organisiert sie Gemeinschaftsausstellungen und leitet die kleine Galerie lesARTs in Deisenhofen. „Ich finde es fantastisch, dass im öffentlichen Raum, wie hier in einem Gericht, die Möglichkeit besteht, Kunst zu zeigen und sie damit auch Menschen zugänglich zu machen, die nicht ins Museum gehen. Für uns Künstler*innen ein großes Geschenk“, spricht Heike Eiber den Dank an Dietmar Galuschka aus.
Die Ausstellung von Heike Eiber ist bis Ende März zu sehen:
Amtsgericht Wolfratshausen, Bahnhofstraße 18, 1. Obergeschoss
- Mo. bis Do. 8 – 16 (nach 12 Uhr bitte klingeln)
- Fr. 8 – 12 Uhr.
Homepage der Künstlerin www.heike-eiber.de
Fotos: Andrea Weber







