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Filmabend im Amtsgericht Wolfratshausen

Kulturverein Isar-Loisach würdigt Mahatma Gandhi

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 3.10.2019 – Zum fünften Mal durfte der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) in den Räumen des Amtsgerichts eine Veranstaltung präsentieren. Vor der Vorführung des mehrfach Oscar-prämierten Spielfilms „Gandhi“, erklärten Amtsgericht-Direktorin Andrea Titz und KIL-Vorsitzende Assunta Tammelleo am 150. Geburtstag des indischen Rechtsanwalts, warum politisches Engagement und Zivilcourage auch im Deutschland des 21. Jahrhunderts wichtig sind.

Friedlicher Einsatz gegen Unterdrückung

„Die Gewaltfreiheit scheint als politische Handlungsanweisung wohl schon länger vollständig aus der Mode gekommen zu sein; landauf, landab wird immer mehr militärisch aufgerüstet“, stellt Tammelleo fest. Grund genug für die KIL-Vorsitzende, mit einer Filmvorführung an das Wirken von Mohandas „Mahatma“ Gandhi zu erinnern. Der indische Rechtsanwalt kämpfte mit von ihm entwickelten Methoden des gewaltfreien Widerstands und des zivilen Ungehorsams zunächst gegen die Unterdrückung seiner Landsleute im Apartheid-Staat Südafrika. Später trug er maßgeblich dazu bei, dass die britischen Kolonialherrscher 1947 seine indische Heimat in die Unabhängigkeit entließen.

Amtsgericht als Künstler-Forum

Amtsgericht-Direktorin Andrea Titz stellte dem Kulturverein Isar-Loisach gerne den großen Sitzungssaal für einen dreistündigen Filmabend zur Verfügung. „Wir wollen die Verbundenheit des Gerichts mit dem Stadtleben und der Region zum Ausdruck bringen“, betonte Titz. Sie verwies darauf, dass regionale Künstler regelmäßig in vierteljährlich wechselnder Folge ihre Bilder im Foyer ausstellen können. Warum nun gerade das Amtsgericht einen Film über einen indischen Widerstandskämpfer, der vor 71 Jahren ermordet wurde, zeigt? „Trotz der langen Zeit, die seit seinem Wirken vergangen ist, trotz der großen kulturellen und räumlichen Entfernung zwischen seiner und unserer Heimat, ist Gandhi als glühender friedlicher Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit nach wie vor auch im 21. Jahrhundert und auch in Deutschland hochaktuell“, erklärte die Amtsgericht-Direktorin. Die Filmvorführung wurde vom Bund für Geistesfreiheit (bfg), der Giordano-Bruno-Stiftung und einem weiteren Spender finanziell ermöglicht. Die Aktiven des Kulturvereins servierten dazu kühle Getränke und Snacks.

Foto: Peter Herrmann, Andrea Weber


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