Stadt Wolfratshausen - Gymnasiums St. Matthias Waldram
Stadt Wolfratshausen - Gymnasiums St. Matthias Waldram
Kunstdialog zwischen Wien und Waldram
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 3.5.2024 – Eine künstlerische Zusammenarbeit über die Ferne, ein sich entwickelndes Kunstprojekt zwischen Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums St. Matthias Waldram und der Wiener Contiweg-Schule. Das Projekt heißt „Ka-Boom“ und ist ein Haiku-Kunst-Kontakt. Die Ausstellung „Ka-Boom“ sowie aktuelle Schülerarbeiten aus der diesjährigen Q11 und Q12 sind derzeit im Wallner-Bockhorni-Kabinett im Museum Wolfratshausen zu sehen.
Die Idee zu einem länderübergreifenden Kunstprojekts entstand bereits 2022 auf einem Illustrationskurs. Die Waldramer Kunstlehrerin Eva Wawatschek lernte dort Hemma Bergner und Sabrina Toth kennen. 26 Wiener Schüler und Schülerinnen und 16 Mitwirkende der Q11 aus Waldram entwickelten im Schuljahr 2023 dieses Gemeinschaftsprojekt. Dazu sendeten die Wiener Jugendlichen Haikus, wie zum Beispiel: „Lange Beine hoch – Endlich ist Wochenende – Kippt der Sessel“. Es sind dreizeilige Gedichte aus 17 Silben im Präsens verfasst. Diese kleinen japanischen Reime interpretierten die Waldramer mit sogenannten „One-Minute Sculptures“, sprich, sie posierten in Pantomime, und fotografierten sich gegenseitig. Am Beispiel des erwähnten Gedichts gammelt ein Typ im Wohnzimmersessel und kippt nach hinten um. Die Fotografien wurden im Anschluss grafisch in Kohle oder Farbe illustriert. Daraus ist ein Kunstbuch entstanden, auf jeder Doppelseite ein Wiener Haiku und die grafische Interpretation aus Waldramer.
Künstlerischer Dialog zu sehen im Museum der Stadt Wolfratshausen
„Die Schüler und Schülerinnen konnten die Maltechnik selbst bestimmen“, sagt Kunstlehrerin Wawatschek. Die Arbeiten beider Schulen sind nun in ihrem künstlerischen Dialog im Ausstellungsraum zu sehen. Umrahmt wird das Kunstprojekt „Ka-Boom“ aus dem Vorgänger-Schuljahr von aktuellen Arbeiten der diesjährigen Q11 und Q12 aus Waldram unter dem Titel „Me time“. So hat zum Beispiel Helena Wolf-Sebottendorff eine Bilderserie entwickelt, die die künstlerische Entwicklung eines Kindes darstellt. „Kinder sind viel freier im Ausdruck, als Erwachsene, die von äußeren Einflüssen geprägt werden“, sagt die 18-Jährige aus Starnberg. In neun Bildern zeigt sie wie die Kritzelei eines Kleinkindes sich zur genauen Darstellung eines Menschen entwickelt. Marlene Beichhold (19 Jahre) aus Neufahrn sieht sich als kleine Schildkröte am großen Marienbrunnen in Wolfratshausen – ein Diptychon aus Acryl auf Leinwand. Inspiriert hat sie eine Erinnerung an ihre freiwillige Arbeit im Naturschutz auf den Galapagos-Inseln. Eva Wawatschek freut sich über diesen besonderen Dialog zwischen Wien und Waldram. „Es ist ein Selbstläufer mit einer ganz eigenen Dynamik.“
Die SchulAusstellung „Ka-Boom“ und „Me time“ läuft noch bis 10. Mai im Wallner-Bockhorni-Kabinett, Museum Wolfratshausen. Öffnungszeiten sind Mittwoch, Freitag, Samstag von 10 bis 16 Uhr; Donnerstag 10 bis 17 Uhr; Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
Fotos: Andrea Weber, Eva Wawatschek









