Das Magazin für das Bayerische Oberland

Flussfestival Wolfratshausen 2023

Mit Swing und Blasmusik eröffnet

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 11.7.2023 – Nun ist es soweit. Das Flussfestival startete am Freitag mit einem bayerischen Bandabend der besonderen Art: Die Kapelle So & So kam im zweiten Anlauf nach Wolfratshausen. Vor zwei Jahren standen sie auf dem damaligen Festivalprogramm und mussten Absagen aus bekannten Gründen, über die man heute nicht mehr sprechen will – Corona. Für eine echte Überraschung als Vorband sorgten vier junge Musiker die sich „Die Reiwas“ nennen. Ein Kürzel, dass für Reichersbeuern und Waakirchen steht. Von dort kommen die drei Jungs mit ihrer Kontrabassistin. Sie machen ihre eigene Musik angelehnt an den guten alten deutschen Swing der 1950ger Jahre. Dass Flussfestival ist eröffnet. „Endlich wieder mit Opera-Tent“, freute sich die dritte Bürgermeisterin Annette Heinloth.

„Oane moan i nam i no“

Und dabei hätten Landler, Polka, Jodler, modern verpackt, frech arrangiert und exzellent von dieser Sechsmann Kapelle gespielt, die mal so und so sein will, durchaus für Festzeltstimmung sorgen können. Tat sie nicht. Das Publikum würdigte mit großem Beifall, blieb aber sitzen, bis auf ein tanzbegeistertes Damenpärchen. Die fünf von der Kapelle So & So, allesamt studierte Musiker mit ihrem Bandlieder an der Gitarre, den sie liebevoll und durch den gewissen Altersunterschied „Vatti“ nannten, verpacken alpenländische Blasmusik in Klassik (ein Stück von Vivaldi), in ein längst in Vergessenheit geratenes Volkslied aus Tschechien und in den rhythmischen Salsa, ihr Titelsong der neuen Single mit dem für Nichtbayern unaussprechlichen Titel „Oane moan i nam i no“ – zu Deutsch, „eine, meine ich, nehme ich noch.“ Das könnte ein Bier sein oder die letzte Zigarette.

Swing aus dem Oberland

Unerwartet und überraschend gut spielten „Die Reiwas“ zwanzig Minuten ihre eigene Musik, die an die Zeit der „Drei Travellers“ erinnert, jenen Musikern der Nachkriegszeit, die junge Damen noch mit „Hallo, kleines Fräulein“ grüßten, und an die Band „Blue Diamonds“, die der „Ramona“ zum „Abschied Goodbye“ singen. Die Reiwas, das sind Katrin Auer, Josef Steinbacher und Andreas Winkler, präsentierten klassischen Swing in feinster Manier, handgemacht aus dem Tölzer Oberland. Eine junge Band, die man sich merken sollte. Der erste laue Sommerabend am Flussufer war schön, aber es geht stimmungsmäßig noch besser!
 
Das Gesamtprogramm finden Sie im Anhang und weitere Infos auch auf www.flussfestival.de

Fotos: Andrea Weber


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