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Loisachhalle Wolfratshausen

Musikalische Miniaturen aus 200 Jahre Musikgeschichte

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 28.10.2020 – Verführerisch gut waren die „Musikalischen Pralinés“ des Kammerensemble des Freien Landesorchesters Bayern mit Sopranistin Doris S. Langara kürzlich in der Loisachhalle in Wolfratshausen. Eine wundervolle Zeitreise durch die Musikgeschichte vom Barock bis zur Moderne, mit köstlichen Musikminiaturen. Ein Hörgenuss von Andreas Haas (Querflöte, Gesang und Moderation), Matthias Haake und Peter Marino  arrangiert und erstmals als Premiere aufgeführt. Eine exquisite Premiere.

Denn, so erklärte Haas den Publikumsgästen in seinen Ansagen, habe er diese Miniaturen der Klassik ursprünglich für Kinder konzipiert, damit sie in kurzen Sequenzen von maximal fünf Minuten die berühmtesten Kompositionen der Musikgeschichte kennenlernen. Haas: „Es soll den Appetit anregen.“ Auch habe er schon lange vorgehabt dieses einstündige Programm ohne Pause als Konzert für Erwachsene anzubieten. Dass es nun in der Loisachhalle erstmals präsentiert werden konnte sei „sehr erfreulich in einer für die Kultur höchst bedrohlichen Zeit“. Durch die ex-potenziell wachsenden Covid-Fallzahlen stand die Ampel am Freitag für den Landkreis bereits auf „Gelb“. Deshalb bestand erstmals Maskenpflicht während der gesamten Konzertaufführung. 

Ein Abend in der Oper

26 kurze Ausschnitte großer Opern, Symphonien und Melodien von 17 Komponisten. Eine klangvolle Zeitreise durch 200 Jahre Musikgeschichte begann mit den „Best of Baroques“ wie etwa Vivaldis „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ oder Beethovens „Die Wut über den verlorenen Groschen“ – hier erwähnt nur zwei der fünf ausgesuchten Stücke aus dem 18. Jahrhundert.  „Ein Abend in der Oper“ lautete der Überbegriff im zweiten Set mit weltbekannten Melodien aus der „Zauberflöte“, „Hänsel und Gretel“, dem „Freischütz“ und „Carmen“. Zu dem Zeitpunkt kam Sopranistin Doris S. Langara auf die Bühne im nachtblau schillernden Abendkleid, die dem Kammerorchester mit ihrer raumfüllend und lyrischen Stimme noch mehr Farbe verlieh, als diese hervorragenden Musiker schon vorzuweisen hatten. 

Weiter ging es durch die „Romantik in Europa“, so der Titel des dritten Konzertabschnitts mit Rossinis „Diebischer Elster, Doraks sanft emotionaler Musik „Aus der neuen Welt“, dem quicklebendigen „Ballett der Küken in ihren Eierschalen“ aus Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“ und Tschaikowskys Nussknacker-Suite durfte hier nicht fehlen. Und schließlich ging es über den großen Teich in die Moderne mit Debussy, Joplin und Gershwins „Rhapsody in Blue“. Für das hohe Können des Ensembles sowie für die Gesangeinlagen, unter anderem auch von Andreas Haas, erhielt das Freie Landesorchester Bayern großen Applaus und laute Bravo-Rufe vom Publikum.

Weitere Mitwirkende des Ensemble des Freien Landesorchesters Bayern

Gabi Rossberger (Oboe, Englischhorn)
Hans Ernst (Klarinette, Bassklarinette, Saxofon)
Elisabeth Vogl (Fagott)
Peter Ternay (Waldhorn)
Philipp von Morgen (Violincello)
Florian Eickhölter (Schlagwerk)
Peter Marino (Klavier)   


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