Loisachhalle Wolfratshausen
Loisachhalle Wolfratshausen
Poetry Slam bleibt Publikumsmagnet
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 11.7.2024 – Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate lud die Stadt Wolfratshausen zu einem kurzweiligen Wettkampf der Wortakrobaten ein. Vier Frauen und sechs Männer präsentierten im vollbesetzten Foyer der Loisachhalle ihre amüsanten, mitunter aber auch nachdenklichen Texte.
Newcomer und Profis
Ursprünglich war eine Austragung im Garten der benachbarten Stadtbücherei geplant. Die unsicheren Wettervorhersagen bewegten Katharina Roßkopf und Andreas Kutter vom Kulturamt jedoch zu einer Verlegung. Nach der musikalischen Einleitung des Gitarristen Alexander Oberrader erklärte Moderator Kutter im Eiltempo die Spielregeln. Wie bei den vorherigen Wettbewerben durften die Slammer nur selbstverfasste Werke in einem siebenminütigen Zeitlimit vortragen. Requisiten, Kostüme, Musikinstrumente oder Hilfsmittel waren untersagt.
Dieser Herausforderung stellten sich am Sonntagabend neben erfahrenen Künstlern auch einige Newcomer. So trat Hans-Joachim Kunstmann, Vorsitzender des Werbekreises Wolfratshausen, unter dem Pseudonym Arno Altbau auf und erheiterte die Besucher mit Jugenderinnerungen an eine spendensammelnde Nonne. „Ich mache das heute zum ersten Mal und wollte einfach nur dabei sein“, gestand der 55-Jährige. Gegen ihr Lampenfieber kämpfte Tasmin Gutwald. Obwohl sie einst als Mitglied des Folk-Pop-Duos Tuó oft auf der Bühne gestanden hatte. „Das ist schon so lange her, dass mich kaum mehr daran erinnern kann“, kokettierte sie. In ihrem berührenden Text verarbeitete die junge Frau ihre Selbstzweifel und den Umgang mit komplizierten Liebesverhältnissen. Den Einzug in die Finalrunde schafften weder Gutwald noch Kunstmann. Dies entschied das Publikum, indem es Schwungscheiben aus Metall in die Abstimmungsboxen der insgesamt zehn Poetry Slammer warf. Neben „Kaia“, Johanna Büntig, Thomas Eiwen und Leonidas Tzimourtou musste auch Titelverteidiger Bert Uschner vorzeitig die Segel streichen.
Spannendes Finale
Im Showdown hatten die rund 100 Besucher dann die Qual der Wahl: Denn Frank Klötgen, Max Osswald und Ines Strohmaier lieferten beste Unterhaltung. Die im österreichischen Kleinwalsertal aufgewachsene und mittlerweile in Bern lebende Autorin präsentierte überraschenderweise einen weihnachtlichen Text zu einem kuriosen Familientreffen in ihrer Heimat. Klötgen huldigte dem in einem Orchester oft übersehenen, aber umso wichtigeren Paukisten. Die meisten Lacher und damit auch den Sieg sicherte sich jedoch Max Osswald. Der 31-Jährige eroberte mit seinen selbstironischen Alltagsbeobachtungen von vorgewärmten U-Bahn-Sitzen und Nahtoderfahrungen als Radfahrer im Großstadtverkehr die Herzen der Zuhörer.
Fotos: Peter Herrmann











