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Stadt Wolfratshausen

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Poetry Slammer in Topform Freundschaften

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen, 18.10.2023 – Einen „Dichterwettstreit Deluxe“ versprach Kulturmanager Andreas Kutter dem Publikum im ausverkauften Foyer der Loisachhalle. Die Poetry Slammer hielten Wort und lieferten sich ein spannendes Finale.

Publikum entscheidet über Finaleinzug

Acht Wortkünstler im Alter von 14 bis 57 Jahren präsentierten ihre Gedichte und Kurzgeschichten. Der Vortrag eines selbst verfassten Textes durfte sieben Minuten nicht überschreiten. Untersagt waren zudem Requisiten, Kostüme, Musikinstrumente oder sonstige Hilfsmittel. Bevor das Publikum über die Qualität von Gedichten, Schüttelreimen und Kurzgeschichten entscheiden durfte, verteilten Kulturmanager Andreas Kutter und Stadtverwaltungsmitarbeiterin Katharina Roßkopf kleine Metallstücke. Nach der Vorrunde durften die Zuhörer diese Teile in eine von acht Kisten, die mit den Startnummern der Teilnehmer versehen waren, werfen. Die drei Slammer mit dem meisten Zuspruch qualifizierten sich fürs Finale.

„Dann sehen Sie mich bestimmt nur einmal“, gab sich Ludwig Müller bescheiden. Der Österreicher verarbeitete skurrile Kindheitserinnerungen von Skiausflügen in den Bergen und schied vorzeitig aus. So erging es auch Bert Uschner, der von Zwiebeln im Döner Kebap berichtete. Mit der Beschreibung der Kulinarik-Erlebnisse erntete der graubärtige „J-Man“ zwar einige Lacher. Zum Finale reichte es jedoch weder für ihn noch für die engagierten Beiträge von der 14-jährigen Julia Hofele und Sarah Monteiro.

Sarah Fischer gewinnt

So kam es zum Showdown zwischen Sarah Fischer, Pascal Simon und Vorjahressiegerin Ana Lucia Cruz. Während Simon im Stile eines Sportberichterstatters die chaotischen Zustände in der Mensa der Regensburger Universität persiflierte, machte sich Cruz über irrwitzig Leistungsanforderungen in einem Start-up-Unternehmen und Beziehungsabgründe mit ihrem ostfriesischen Freund lustig. Den meisten Applaus – und damit das im Finale ausschlagende Qualitätskriterium – erhielt jedoch Sarah Fischer. Die 23-jährige Studentin überzeugte mit eher nachdenklichen Fragestellungen und ermunterte dazu, die verborgenen Schönheiten des Lebens zu erkennen. „Ich fand’s toll, wie aufmerksam mir die Leute hier zugehört haben, bin aber schon ein bisschen überrascht über meinen Sieg“, gestand sie. Viel Beifall gab’s auch für Andreas Halamek-Weinert, der den Poetry Slam am Klavier begleitete.

Fotos: Peter Herrmann

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