Es tut sich was in Wolfratshausen
In Wolfratshausen ist einiges geboten. Die Stadt an der Isar hat viel zu bieten - sowohl den Urlaubsgästen als auch den Einheimischen.
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Musical-Gala in der Loisachhalle
Rasante Choreographien mit Gänsehaut-Atmosphäre
Von Claudia Koestler
Wolfratshausen, 12.3.2017 – Man kennt sie, die Inflation der Marktschreier: je mehr im Vorfeld getrommelt wird, desto vorsichtiger sollte man sein. Doch bei der “Nacht der Musicals”, die jüngst in der Wolfratshauser Loisachhalle gefeiert wurde, war solcherlei Skepsis fehl am Platze - auch wenn die Produktion im Vorfeld selbstbewusst als die erfolgreichste Musical- Gala aller Zeiten angekündigt wurde. Doch tatsächlich: Begeisternde Highlights und emotionale Glanzlichter wurden hier zu mitreißendem Entertainment verknüpft.
Rasante Choreographien wechselten sich ab mit gefühlvollen Balladen, Gänsehautatmosphäre folgte überschäumendem Temperament. Grundsätzlich setzte die Produktion der Broadway Musical Dance Company auf die großen nationalen und internationalen Musical- Erfolge der letzten 20 Jahre, angefangen von “Rocky”, “Sister Act”, “Falco”, "Mamma Mia", der “Rocky Horror Picture Show” und “Tanz der Vampire” über den "König der Löwen", das "Phantom der Oper" hin zu "Elisabeth" und "Hinterm Horizont". Aus diesen Produktionen wurden in flottem, nahtlosem Wechsel jeweils zwei oder drei Lieder gesungen. Sicherlich eine umfassende Auswahl, die auf große Wiedererkennung setzte und viele Geschmäcker ansprach.
Bei „Mamma Mia“ sprang der Funke über
Was nicht zu übersehen war: Das Wolfratshauser Publikum ließ sich begeistern, Warmlaufzeit brauchte es dafür keine. Die Besucher der Loisachhalle gerieten von Beginn an im Bann der Bühnenshow. So entzückt waren manche gar, dass es sie nicht den ganzen Abend über auf den Sitzen hielt: Immer wieder standen Einzelne oder Gruppen auf, klatschten, sangen und wippten enthusiastisch mit. Sicherlich auch, weil die Darsteller sich nicht alleine auf die aufpeitschende Wirkung von Hits wie “Eye of the Tiger” oder aufwühlenden Balladen wie “der letzte Tanz” verließen, die sich übrigens live und äußerst gekonnt sangen: Sie legten zudem viel Energie in die Tanzeinlagen, bewältigten jeden Rollenwechsel fließend, etwa von einer stillen, bewegenden Szene in „Evita“ zu einem schrillen, krachenden Bühnenfeuerwerk der „Rocky Horror Picture Show“ und waren sichtbar mit Herzblut bei der Sache. So sprang der Funke der Begeisterung schnell über, die schon in der ersten Hälfte in dem Abba-Medley aus “Mamma Mia” einen absoluten Höhepunkt erreichte: Auf der Bühne die Darsteller in quietschbunten Overalls mit Schlag, im Publikum selig juchzende Männer und Frauen, die die Tanzschritte auf kleinem Raum mitmachten.
Bühne in Regenbogenfarben
Doch in der kurzweiligen Produktion verschmolzen nicht nur die eingängigsten Songs aus weltbekannten Musicals zu einem kurzweiligen Panoptikum, sondern die Macher nahmen sich selbst nicht zu ernst dabei. Zum Beispiel, als im zweiten Akt ein als Transvestit verkleideter Darsteller in Netzstrümpfen, auf hohen Hacken und in engem Ledertanga von der Bühne herunterstieg und ein „Opfer“ suchte – aber dann mühsam und alleine wieder die hohe Bühne erklomm (“wo schauen sie mir denn hin?”). Die Broadway Musical Dance Company scheute obendrein keine aufwendige Licht- und Tontechnik. Um die Künstler herum glitzerte und glänzte es nur so, die über 20 Tänzerinnen und Tänzer flitzten selbst in stilvollen, mal barocken, mal glitzernden und manchmal auch herrlich ironischen Kostümen und Masken über die Bühne, und die aufwendige, mit drei LED-Leinwänden bestückte Bühne leuchtete in allen Farben des Regenbogens oder stellte per Grafik oder Schriftzug Orte und Personen klar. Kunstnebel waberte in Massen über die Bühne und bis weit in den Zuschauerraum.
Aber dass weniger manchmal mehr ist, gilt für Musicals ja ohnehin nicht. Doch das eigentliche Erlebnis waren eben die Darsteller. Einen so abwechslungsreichen Querschnitt von liebenden Löwen bis zu mordenden Vampiren, von Romanze über Disco bis zum gruseligen Thriller kann wohl kaum übertroffen werden. Das Publikum dankte mit Ovationen, Jubel und Begeisterungspfiffen.
Fotos: Claudia Koestler










