Hannes Ringlstetter am Flussfestival 2019 in Wolfratshausen
Rhythmus-Ritt zum Pimper Lake
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 20.7.2019 – Das Flussfestival ist auf dem Endspurt. Schade. Festivalabend Nummer zwölf war nochmal ein absolutes Stimmungshighlight. Das Publikum sei heuer aber auch echt gut drauf und begeisterungsfähig, freuten sich Bürgermeister Klaus Heilinglechner und Festivalleiterin Marion Klement. Hannes Ringlstetter mit Band hat am Donnerstagabend bewiesen, dass er nicht nur im Kabarett-Metier, im Film, sondern auch in der Live-Musik etabliert ist. Er ist eine Rampensau. Sein Film-Kollege Michael Brandner aus „Hubert ohne Staller“ erwies dem gebürtigen Niederbayer als Publikumsgast die Ehre, wie die vielen Fans in den vollbesetzten Tribünenreihen und den Stehplätzen am Seitenrand.
Die junge Münchner Sängerin Veronika Bittenbinder mit Bassist eröffnete den Abend mit Songs aus ihren Alben, „Lüg mich an“ und „Dort, wo die Sonne niemals scheint“. Spritzige Protestsongs mit dem Potential zum Erfolg. Erfolgreich im Mediengeschäft ist der 1970 geborene Niederbayer dagegen schon lange, spätestens als „Autowerkstattbesitzers und Imbissbetreibers Yazid“ in der Erfolgsserie „Hubert und Staller“ respektive „Hubert ohne Staller“ in Wolfratshausen beliebt. Comedy kann der Mann. Musikmachen auch. Deshalb ist der Name seines Programms eigentlich unbegründet: „Fürchtet Euch nicht!“. Zum Fürchten waren der kraftvolle Country, Rock und Rapp aus der Feder des Niederbayern ganz und gar nicht. Satter Sound von einer sieben-mann-starken Spitzenband begleitet, riss das Publikum alsbald in den Bann. Dabei spart Ringelstetter nicht mit deftigem Witz und Selbstironie in den Songtexten. Angefangen von der Zeit des „Saftelns“, „als der Kopf wusste wie’s geht, aber die Maschinerie noch nicht wollte“, von Jugendfahrten und Diskoabenden mit „Abba bis Zappa“ bei mitreißendem Gipsy-Rhythmus.
Over-the-Rainbow-Feeling
Seit sechs Jahren ist der Musiker Ringlstetter mit seiner Band unterwegs. Seine Musik ist tendenziell dem R&B verschrieben, den Ringlstetter an der Gitarre oder auf dem Cajon selbst mitgestaltet und inhaltlich darin seine bayerische Heimat widerspiegelt. Eine Hommage an seine Heimat ist der Song „Niederbayern“. Eine Rückblick auf die Jungend am Baggersee ist der Rhythmus-Ritt zum Pimper Lake. Eine Ehre erweisen die Musiker Justin Timberlake mit der eigenen Version von „Tennessee Whiskey“. Eine Verschnaufpause fürs Publikum brachte die Ballade „A Ruah is!“ – geschrieben auf La Gomera. Blau gleisendes Licht, das Röhren eines Alphorns und deftiger Rock leitete in einen rasanten Endspurt ein. Auf seine „alten Tagen“ rappt Ringlstetter schließlich sein Publikum hinein in ein karibisches Over-the-Rainbow-Feeling. Und zur Zugabe gab der „Autowerkstattbesitzer Yazid“ nochmal mit seiner Band richtig Gas.
Fotos: Andrea Weber









