Der Lockdown kam, dann war Stillstand bei der Loisachtaler Bauernbühne. Eine Zeit, in der sich die Vorsitzenden Gedanken machten, wie es überhaupt längerfristig weitergehen soll. „Wir sind Schauspieler, wir wollen auf die Bühne“, sagt Melanie Tobian (erste Vorsitzende) mit Nachdruck. Die Entscheidung fiel prompt: „Lieber planen wir den Worst Case, als vom Idealfall auszugehen“ – soll heißen, die Truppe wollte vorbereitet sein, wenn es wieder los gehen kann. Schließlich, so Tobian, sind die Einnahmen der rund elf Aufführungen jährlich im Herbst in den Ratsstuben in Geretsried überlebenswichtig für den Theaterverein. Die Miete für den Probenraum muss gezahlt werden, Requisiten und Kostüme kosten Geld, die Versicherungsgebühr steht an. Die Laiendarsteller dagegen spielen rein ehrenamtlich.
Um vor einer Ansteckung gewappnet zu sein musste zuerst ein Hygienekonzept für die Proben im Kellerraum her, mit Maskenpflicht, Desinfektion, Belüftung und Anwesenheitsliste. „Ein echter Aufwand, denn täglich können sich die Vorschriften wieder ändern“, weiß Christian Foitzik (Zweiter Vorsitzender). Anfang Juni war es dann soweit. Die wöchentlichen Proben fürs aktuelle Stück „Huif Kini, huif“ liefen an. Zu siebt spielen sie heuer den Schwank, bei dem der sagenumwobene bayerische Monarch in Erscheinung treten wird, nur so viel dazu. Ob es Coronatests vor jeder Probe gebe? „Nein, das ist keine Vorschrift. Wir gehen von der Eigenverantwortung unserer Mitspieler aus“, so Foitzik.
Vorschau Starkbierfest
Die Premiere findet am 9. Oktober in den Geretsrieder Ratsstuben. Heuer nur mit akribisch ausgetüftelten 72 bis 94 Publikumsplätzen, die der ehemalige Vorsitzende Franz Foitzek maßstabsgetreu auf einem Papiermodell plante. „Wir werden streng darauf achten, dass die Maskenpflicht und Abstandsregelungen eingehalten werden“, sagt Vorstand Foitzek. Es gibt nur feste Platzreservierungen und keine Abendkasse. Auch für das Starkbierfest im kommenden Jahr plant die Loisachtaler Bauernbühne sicherheitshalber vor. Ob es stattfindet oder nicht sei jedoch die Entscheidung der Stadt, so Melanie Tobian. „Wir werden auf jeden Fall ein Stück schreiben, allerdings in abgespeckter Form.“ Melanie Tobian, ist Profischauspielerin an der Münchner Iberl-Bühne und von der Pandemie selbst betroffen: „Wenn wir Schauspieler nicht spielen können, verdienen wir kein Geld.“ Dort beginnen heuer erstmals die Aufführungen wieder im September. Die Corona-Krise ist für die Bühnenbranche ein großes „Theater“.
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Fotos: Andrea Weber





