
Preisverleihung der Stadt Wolfatshausen
Verdiente Anerkennung für ehrenamtliche Vorbilder
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 10.7.2021 – Zum zweiten Mal verlieh die Stadt Wolfratshausen Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement. Die Urkunden überreichte Bürgermeister Klaus Heilinglechner diesmal auf der Flussfestivalbühne an der alten Floßlände.
Interviews im Wohnzimmer-Ambiente
Musikalisch begleitet von der Jazzband A-Trains erlebten 86 geladene Gäste im Flussfestival-Zelt eine abwechslungsreiche Gala. Kinderhortleiterin Maria Harrer hatte wie schon bei der Ehrenpreisverleihungspremiere im Januar 2020 die Bühne als gemütliches Wohnzimmer mit einem Sofa, Sesseln und Landschaftsbildern dekoriert. Dieses Ambiente erleichterte es den Preisträgern, über ihr Engagement zu reden und auf die mitunter überraschenden Fragestellungen von Moderator Dominik Stallein schlagfertig zu antworten. Zuvor hoben Klaus Heilinglechner und Dritter Landrat Klaus Koch die Bedeutung des Ehrenamts hervor. „Ohne bürgerschaftliches Engagement würde es die meisten sozialen, kulturellen und sportlichen Angebote nicht geben“, erklärte der Rathauschef. Koch nannte das Ehrenamt „demokratierelevant“.
Danach durften zunächst Gabriele Reith, die sich unter anderem in der städtischen Fairtrade-Steuerungsgruppe engagiert, und das langjährige ADFC-Mitglied Werner Grimmeiß mit Dominik Stallein plaudern. „Wir haben noch Potenzial, um die Radwegenetz in Wolfratshausen weiter zu verbessern“, glaubt Grimmeiß. Politische Aussagen unterband Stallein aber schon im Ansatz. Stattdessen führte er eine besondere Strichliste für die Verwendung der ungeliebten Wörter Corona und Pandemie. „Für jede Nennung spende ich einen Euro an das BRK“, versprach er. So kam im Laufe der Gesprächsrunden ein zweistelliger Betrag zusammen, den der unentgeltlich auftretende Moderator abschließend aufrundete.
Großes Engagement der Ehrenamtlichen
Aufgrund der begrenzten Platzzahl im Zelt versammelten sich 30 Mädchen und Buben von der Wasserwacht auf der Loisachbrücke und jubelten von dort ihrer Übungsleiterin Melanie Winklmeier zu. Sie erhielt die Auszeichnungsurkunde, weil sie mittlerweile 80 Kinder und Jugendliche betreut und auch in Lockdown-Zeiten zum Dreh von Videoclips aufrief. Der Förderung von Nachwuchstalenten hat sich Franz Deutsch verschrieben. Seine 2005 gegründete Musikwerkstatt hat sich längst etabliert. Den Fokus auf Senioren richten Maria Labbuda und Edith Grosch vom Sozialkreis Waldram. Die von ihnen veranstalteten Treffen wurden zwar von der Corona-Krise etwas ausgebremst, sind nun aber wieder möglich. Mit der jüngeren Geschichte beschäftigen Wolfgang Saal von der Siedlungsgemeinschaft Waldram und Bernhard Reisner vom Historischen Verein. „Wir machen Geschichte mit aufwendigen Revuen und Vorträgen lebendig“, erklärte Reisner. Saal hatte vor Kurzem maßgeblich an der Gestaltung eines Mahnblumen-Denkmals vor dem Erinnerungsort Badehaus in Waldram mitgewirkt.
Zur Teilnahme an historischen Stadtführungen lud Gabriele Rüth ein. Die Vorsitzende des Vereins Flößerstraße und Mitbegründerin der Loisachtaler Bauernbühne erschien im mittelalterlichen Gewand der berüchtigten Wolfratshauser Wirtin Rena Zapf. Nachdem die Skateboard-Aktivisten Maximilian Becker und Jürgen Schuster sowie Konzertverein-Isartal-Vorsitzender Dr. Hans Horsmann, TSV-Wolfratshausen-Vorstand Alfred Barth, DJK-Waldram-Impresario Werner Bauer sowie die BRK-Einsatzkräfte Christian Ikker und Peter Bernard ihre Ehrungen entgegengenommen hatten, schloss eine Sonderauszeichnung die Gala ab. Entgegennehmen durfte sie Ines Lobenstein, weil sie nicht nur beim Aufbau der Corona-Teststationen entscheidend mitgewirkt hat. Moderator Dominik Stallein hob auch ihre Gründung des Asylhelferkreises hervor und ließ sich von Lobenstein noch ein Corona-Teststäbchen in die Nase stecken. Insgesamt hat die Caritas-Mitarbeiterin in der Stadt rund 230 ehrenamtliche engagierte Menschen um sich geschart.
Foto: Peter Herrmann






