Virtuoses Esmé Quartet verzaubert Loisachhalle
Konzertverein Isartal
Von Peter Herrmann
Wolfratshausen, 9.10.2022 - Unter dem Motto „Klassik pur“ bietet der Konzertverein Isartal seinen Abonnenten Jahr für Jahr außergewöhnliche Auftritte von international renommierten Musikern.
Am Samstagabend überzeugten die vier jungen Südkoreanerinnen Wonhee Bae (Violine), Yuna Ha (Violine), Jiwon Kim (Viola) und Yeeun Heo (Violoncello) in der Loisachhalle mit anspruchsvollen Interpretationen der Streichquartett-Kompositionen von Joseph Haydn, György Sandor Ligeti und Franz Schubert.
Mehrfach ausgezeichnete Musikerinnen
Das Esmé Quartet gründete sich 2016 an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und sorgt seither auf internationalen Bühnen für Furore. So gewannen die vier Musikerinnen südkoreanischer Herkunft
als erstes ausschließlich weibliches Streichquartett gleich fünf Preise bei der International String Quartet Competition 2018 in der Londoner Wigmore Hall. In seinen Konzerten wird das Esmé Quartet, dessen Name aus dem Alt-Französischen stammt und so viel wie „geliebt werden“ bedeutet, für seine fesselnde Dynamik, stilsichere Interpretationen und sein perfektes Zusammenspiel gefeiert. Beim Gastspiel in der Loisachhalle war dies nicht anders.
Klassiker, Moderne und ein koreanisches Volkslied
Mit dem 1799 von Joseph Haydn komponierten Streichquartett G-Dur Opus 77 Nr. 1 bewies das Esmé Quartet bereits zu Beginn des Konzertes seine Vielseitigkeit. Angefangen von schwungvollen Klängen über virtuose Soli und ein filigranes Adagio bis hin zum wuchtigen Presto-Finale wussten die Musikerinnen rundum zu überzeugen. Etwas düsterer aber nicht minder atemberaubend waren die darauffolgenden „Metamorphoses Nocturnes“, die der österreichisch-ungarische Komponist György Sandor Ligeti in den 1950er-Jahren veröffentlichte. In den 17 Abschnitten wechselten die Südkoreanerinnen mitunter abrupt das Tempo und die Lautstärke. Leisen Streicheinsätzen folgten furiose Klangexplosionen auf Violine, Viola und Violincello. Franz Schuberts 1824 komponiertes Streichquartett D-Moll „Der Tod und das Mädchen“ spielten die Musikerinnen mit atemberaubender Dramatik. Es gab auch noch zwei Zugaben - darunter das betörend schöne koreanische Volkslied „Arirang“. Dafür gab es vom begeisterten Publikum stehende Ovationen und vom Konzertverein Isartal bunte Blumensträuße als Dankeschön für einen außergewöhnlichen Abend.





