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Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald

Vorfreude auf Veranstaltungsprogramm 2020

Von Peter Herrmann

Wolfratshausen/Waldram, 7.2.2020 – Der im Oktober 2018 am Kolpingplatz eröffnete Erinnerungsort Badehaus bleibt ein Besuchermagnet. Beim Neumitgliederempfang begrüßte Badehaus-Vereinsvorsitzende Dr. Sybille Krafft nicht nur die 5555. Besucherin, sondern stellte zusammen mit ihren engagierten Helfern auch das neue Veranstaltungsprogramm vor.

Herzlicher Empfang für die 5555. Besucherin

Überrascht nahm Dr. Lucie Wohlgenannt den Blumenstrauß und ein Miniatur-Badehaus-Modell von Krafft entgegen. Denn vor dem Neujahrsempfang wusste die Waldramer Musikpädagogin und Pianistin noch nichts von ihrem Glück. Sie kam mit ihrer Familie lediglich ins Badehaus, weil sie einen musikalischen Beitrag zu einer der Veranstaltungen leistet. „Seit der Eröffnung des Erinnerungsorts haben sich uns 83 neue Mitglieder angeschlossen“, berichtete Krafft nicht ohne Stolz. Die 500er-Marke dürfte also demnächst geknackt werden.

Gedenkabende, Konzerte und Sonderausstellungen

Den zweiten Termin des Veranstaltungsreigens, der schon am 26. Januar mit einer Lesung des Amberger Schriftstellers Friedrich Brandl begann, stellte Vorstandsmitglied Elisabeth Voigt vor. An diesem Sonntag, 9. Februar, gedenkt der Verein ab 17 Uhr seinem verstorbenen Ehrenmitglied Max Mannheimer. Der Holocaust-Überlebende wäre drei Tage zuvor 100 Jahre alt geworden. Zu der Feier mit Film, Musik und Weggefährten wird auch der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Dr. Ludwig Spaenle erwartet. Zwei musikalische Höhepunkte gibt es dann im März und April. So wird der Isura Madrigal Chor am 15. März in der benachbarten Aula der Schulen des St. Matthias Seminars Lieder über „Krieg und Frieden“ singen. Klezmer-Musik präsentieren das Duo Susi Evans und Szilvia Csaranko am 5. April im Badehaus.

Das Ende des Zweiten Weltkriegs, das sich 2020 zum 75. Mal jährt, wird gleich in mehreren Veranstaltungen thematisiert. So setzt sich am 2. Mai um 10 Uhr ein Gedenkzug vom Todesmarsch-Mahnmal in Buchberg zum Erinnerungsort Badehaus in Bewegung. Ebendort beginnt um 11.30 Uhr ein gemeinsam mit dem Historischen Verein Wolfratshausen gestalteter Festakt mit Musik, Zeitzeugengesprächen und einer Ausstellung von Bildern des im Dritten Reich verfolgten Künstlers Karl Maldek. Eine eher aufgelockerte Stimmung ist am 28. Juni bei der „Sommerfrische am Kolpingplatz“ zu erwarten. Denn der Badehaus-Verein wird dort gemeinsam mit der Waldramer Kolpingfamilie sein erstes Sommerfest veranstalten.

Bei der vorhergehenden Mitgliederversammlung stellen Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Geretsried eine App vor, mit der die Badehaus-Gäste auch eine Außenführung durch Waldram unternehmen können. Vom 19. Juli bis zum 4. Oktober stehen die Bilder von Max Mannheimer, der unter dem Pseudonym „ben jakov“ gemalt hat, im Fokus einer Sonderausstellung. Abschied nehmen von der Bundesfreiwilligen Kristina Tschamler heißt es dann am 13. September bei dem von ihr selbst gestalteten Abschlussabend. Gezeigt wird dabei unter anderem der Spielfilm „Am Ende kommen Touristen“. Fünf Wochen später folgt am 18. Oktober der Festakt und eine Sonderausstellung zum Thema „75 Jahre jüdisches Lager Föhrenwald“.

Die Geretsrieder Fotografin Justine Bittner stellt hierbei ihre Porträts von ehemaligen Föhrenwaldern zur Schau. Eine große Kartennachfrage gibt es bereits jetzt für die in Kooperation mit dem Historischen Verein veranstaltete Revue „Als die Amis ins Isartal kamen“, die am 21. November in der Loisachhalle zu sehen sein wird. Wie in unserer Zeitung berichtet werden dort Musikaufführungen, Tänze, Zeitzeugeninterviews, Filme und kabarettistische Einlagen geboten. Mit einem Filmabend zur Geschichte der nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern angekommenen Flüchtlinge endet das Veranstaltungsjahr am 11. Dezember im Badehaus. Vorsitzende Dr. Sybille Krafft wird dabei ihren neuen Dokumentarfilm „Damals angekommen in Bayern“ der Öffentlichkeit präsentieren. Zudem werden Zeitzeugen aus Waldram und Geretsried über ihre Erlebnisse in der Nachkriegszeit erzählen.

Infos unter: www.erinnerungsort-badehaus.de

Foto: Peter Herrmann


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