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Kunstmeile 7 in Wolfratshausen - Im Porträt Malerin Katharina Andrée

Wald oder Wasserspiele

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 18.9.2019 – Vom 20. September bis 6. Oktober verwandeln 110 Bildende Künstler die Flößerstadt in die Kunstmeile 7. Mit dabei ist heuer erstmals Katharina Andrée aus Wolfratshausen. Sie zeigt ihre mittel- und großformatigen Abstraktionen in Acryl. 

„Kunst wird erst dann interessant, wenn wir vor irgendetwas stehen, das wir nicht gleich restlos erklären können“, das Zitat des inzwischen verstorbenen deutschen Regisseurs und Autors Christoph Schlingensief hat sich die Künstlerin Katharina Andrée zum Motto gemacht. Jedoch bis sie an diesem Punkt in ihrer künstlerischen Arbeit angekommen war, verging geraume Zeit.

Die gebürtige Magdeburgerin lernte nach dem Abitur Maschinenbau. Sie mochte den harten Männerberuf, den öligen Duft in den großen Hallen des Schwermaschinenbaus, und den Funkenflug beim Schweißen von Metallen. Anschließend studierte sie in ihrer Heimatstadt Betriebswirtschaft und ging später nach München. Seit 2003 lebt Katharina Andrée mit Mann und ihren beiden Kindern – Tochter Pamina (13 Jahre) und Sohn Matteo (10 Jahre) – in Wolfratshausen. Eines Tages sei plötzlich ein Bild vor ihrem inneren Auge entstanden, erinnert sich die Künstlerin. „Einfach so, aus dem Nichts.“ Es dauerte ganze vier Jahre, bis sie das Motiv, das ihr nicht mehr aus dem Sinn ging, auf eine Leinwand brachte. Es war der Beginn einer neuen Leidenschaft – der Malerei mit Acryl. Andrée besuchte VHS-Kurse, lernte bei der Wolfratshauser Künstlerin Ute Gatzka, bei Sabina Bockemühl in Murnau und übte sich in Stilrichtungen bei Susanne Hauenstein in Andechs.

Die Freiheit des Zulassens und Loslassens

Früher arbeitete die Autodidaktin akribisch. Sie plante Farb- und Bildentwürfe. „Ich dachte die Dinge immer zu Ende“, sagt Andrée. Loslassen können und sich die Freiheit nehmen, entstehen zu lassen, bedarf Geduld, Übung und Erfahrung beim Umgang mit Pinsel und Farbe. Heute ist die 50-Jährige in ihrer Ausdrucksweise freier geworden. Es sind farbstarke Abstraktionen in Rosé und Grün, denen sie ungern Titel gibt, vielmehr dem Betrachter seine eigene Interpretation lässt. „Der eine sieht einen Wald, der andere einen Wasserfall“, erklärt Andrée anhand eines ihrer Bilder. Das Wichtigste für sie im Ausdruck der Malerei ist „das Vertrauen zu haben, dass am Ende etwas Gutes entsteht, und das Wissen zu haben, wann ein Bild zweifelsohne fertig ist.“ Katharina Andrée hat bereits drei Mal ihre Arbeiten im Rahmen der Ausstellung in der Aussegnungshalle in Geretsried gezeigt. Zum ersten Mal sind ihre Bilder auf der Kunstmeile zu sehen.

Die Malerin Katharina Andrée zeigt während der Kunstmeile ihre mittel- und großflächigen Abstraktionen in Farben im Schuhhaus Meiller am Marienplatz 1

Homepage von Katharina Andrée: www.katharinaandree.de

Info: www.kunstmeile-wolfratshausen.de

Foto: Andrea Weber


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