Musikschule Wolfratshausen
Welt-Jazzpianist Matthias Bublath zu Gast beim LoisachJazz
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 4.2.2023 – Er kam, setzte sich an den Flügel und spielte – wie ein junger Gott. Der Jazzpianist Matthias Bublath verliert nicht viele Worte, er erzählt mit der Sprache der Klaviermusik in allen Nuancen und Facetten. Bublath wird auf Festivals und Tourneen in Japan, Südafrika, Amerika und Europa gefeiert. Nun kam er nach Wolfratshausen im Rahmen der Reihe LoisachJazz. Sein Stil eigener Kompositionen und Arrangement lautet kurz: Ein kunstvoller Mix aus Klassik und Blues, Jazz, Funk oder Latin.
Bublath ist kein Mensch der großen Worte. Eher wirkt er ein wenig scheu, wenn er in wenigen Sätzen dem Publikum zwischen der Musik das nächste Stück erklärt. Etwa ein orientalisch klingendes Stück, das er mit Musikerkollegen aus Griechenland und der Türkei in ein Video einspielte, in den USA während der Kontaktbeschränkung der Pandemie. „Bastels Boogie“ widmete er einem guten Freund, der stets an seiner Seite ist, wenn ein Instrument repariert werden muss. Wie der Name des Stückes sagt entwickelt Bublath außergewöhnliche Kompositionen. Verjazzt Beethoven und Boogie, vermixt modernen Rhythmus mit Schubert und Rachmaninov. Spielt mit gefühlt mehr als zwei Händen 7/4 oder 6/8-Takte oder zupft gar im Resonanzkasten des Flügels an den Tasten-Saiten, um einen Klang wie eine Gitarre oder Kontrabass zu erzeugen. „Wir sind ein Trio mit Bass und Schlagzeug. Heute bin ich alleine da und muss alles selbst machen.“
Musikalisches Storytelling
Flamenco, Blues-Balladen, mal ruhige Passagen, melancholische Momente und solche Stücke, die wie „Storytelling“ die Zuhörer mitnehmen auf eine gedankliche Reise, jeden auf seine. „Orange Sea“ ist ein Stück aus ruhigen Harmonien und warmen Töne, das anmutet wie ein Sonnenuntergang am Sandstrand mit zusehends stürmischer See, die am Ende des Stücks tosende Wellen an die Brandung schickt. Jede Komposition, jedes Arrangement von Matthias Bublath verfügt über einen musikalischen Spannungsbogen, beginnt leise unaufgeregt und nimmt zusehends an Fahrt auf. Seine Musik verfügt über den gewissen Drive, bei dem man in der Popularmusik vom Groove spricht. Bei aller kunstvoll verjazzten Improvisation ist immer eine Melodie zu hören, die den Zuhörer ein Thema gibt.
Eine Weltkarriere
Der gebürtige Münchner ist Pianist, Organist und Komponist und tritt auf Jazzfestivals der ganzen Welt auf. Er hat zahlreiche internationale Preise erhalten. Der heute 44-Jährige studierte am Bruckner Konservatorium Linz Instrumental- und Gesangspädagogik, erweiterte sein Wissen in Jazz Komposition und Arrangements am renommierten Berklee College of Musik in Boston und schloss mit dem „Master of Musik“ in Jazz Piano und Komposition an der Manhattan School of Musik in New York ab. Matthias Bublath teilte die Bühne mit Jazzgrößen wie der Funklegende Mike Clark, dem Tower Of Power Saxophonisten Lenny Picket oder dem kubanischen Percussionisten Candido Camero.
www.matthiasbublath.com
Fotos: Andrea Weber







