30 Jahre Waldramer Adventsmarkt
Wenn‘s aus dem Platzerlhimmel weihnachtlich duftet
Von Andrea Weber
Wolfratshausen-Waldram 4.12.2019 – Seit Wochen bereiten Andrea Poloczek, Martina Steuer, Birgit Jordan ihr feines Weihnachtsgebäck für den „Platzerlhimmel“ am Waldramer Adventsmarkt zu. Es ist liebevoll verziert, aus feinsten Zutaten und in Handarbeit geformt oder ausgestochen. Die Waldrammerinnen haben den Adventsmarkt vor dreißig Jahren gegründet und kümmern sich bis heute, damit er jährlich am zweiten Adventswochenende stattfinden kann. Wenn es heuer am 7. und 8. Dezember köstlich nach Bratwurst, Glühwein und Weihnachtsgebäck duftet und die Bläsermusik über den Wolfratshauser Ortsteil zu hören ist, dann ist die Vorweihnachtszeit wieder eingeläutet.
Wer den traditionellen Waldramer Adventsmarkt besucht, der weiß, wie verführerisch es aus dem „Platzerlhimmel“ duftet. Nur dort bekommt man die handgemachten Köstlichkeiten, die butterweich im Mund zergehen und liebevoll in weihnachtliche Tütchen verpackt ist. Die Gründerinnen des Waldramer Adventsmarkts backen in Nachtschichten Mandelkugeln, Nougattürmchen und Früchtebäumchen und zahlreiche Sorten, die man auch nur hier bekommen kann.
60 Sorten in Handarbeit
Will man erfahren, wie die Vorbereitungen laufen, dann trifft man die Platzerlexpertinnen Andrea Poloczek, Martina Steuer, Birgit Jordan am besten auf ihrer „Platzerl-Konferenz“. Dieses Mal ist Astrid Leinhas-Grosch mit dabei, die das süße Gebäck lieber genießt, dafür sich um die Marktorganisation kümmert. Seit vier Wochen sind die Damen im permanenten Backmodus. 60 Sorten á 150 Stück werden in feiner Handarbeit zubereitet. Wenn das süße Weihnachtsgebäck fertig ist, stehen acht Meter Platzerldosen aufgereiht nebeneinander. „Wir haben unsere Stammkunden, darunter viele ältere Waldramer, die vorbestellen und dann mit leeren Dosen zu uns in den Platzerlhimmel kommen“, sagt Andrea Poloczek.
Vor 30 Jahren lernten sich die Waldramerinnen im Elternbeirat des hiesigen Kindergartens kennen. Damals entstand die Idee eines kleinen Adventsmarktes am Ort, der ausschließlich handgemachte Produkte, zumeist von Waldramern hergestellt, anbietet. Doch die Umsetzung des Vorhabens kostete Zeit und Organisationstalent und in gewisser Weise auch ein paar Nerven, erinnern sich die Gründerinnen. Werbung, Versicherungen und die technische Umsetzung mussten geplant und mit der Stadt um Sonderkonditionen für die Buden verhandelt werden. Dazu kam die Gestaltung des Rahmenprogramms für den Adventsmarkt. Andrea Poloczek erinnert sich an „schlaflose Nächte“. Für die lebende Krippe zum Beispiel, die bis heute traditionell dazugehört, holten sie Schafe mit dem VW-Bus ab und beherbergten die Tiere im eigenen Garten.
Klang der Bläser
Heute stehen 20 Buden in der Reihe neben der Kirche St. Josef der Arbeiter, früher befand sich der Adventsmarkt im Hof des Seminars. „Das war eine ganz besondere Atmosphäre“, erinnert sich Martina Steuer. Der Adventsmarkt bilde die Gemeinschaft in Waldram ab, sagt sie. „Die Waldramer warten schon darauf, dass der Klang der Bläser vom „Posaunen-Chor“ im Ortsteil zu hören ist.“ Heuer singen der Grundschulchor von Conny Schubert, der Sirenenchor des Kulturvereins Isar-Loisach und der Chor „Sommer Sound“ von Claudia Sommer. Der Schützenverein Stoarösl verkauft wieder seine deftige Bratwurst, der Elternbeirat seine duftenden Waffeln und natürlich darf der Hirtenpunsch des Waldramers Lothar Engel nicht fehlen. Zehn Prozent vom Umsatz gehen zu Gunsten an soziale Einrichtungen in Waldram – auch das hat 30 Jahre Tradition sowie das liebevolle Flair des heimeligen Adventsmarktes, für den die Waldramer alle zusammenhelfen.
Waldramer Adventsmarkt am Kirchplatz in Waldram, am 7. und 8. Dezember, Öffnungszeiten Samstag von 14 bis 20 Uhr, Sonntag von 11.30 bis 19 Uhr.
Fotos: Andrea Weber






