Das Magazin für das Bayerische Oberland

Historischer Verein Wolfratshausen

Wolfratshauser Weibsbilder setzen zum Endspurt an

Wolfratshausen, 22. 9. 2021 – Pünktlich zum Wolfratshauser Christkindlmarkt am 28. November will die Arbeitsgruppe „Wolfratshauser Weibsbilder" einen Kalender mit 50 Biografien von zum Teil in Vergessenheit geratenen Frauen aus der über 1000-jährigen Wolfratshauser Geschichte herausbringen. Das ambitionierte Projekt geht nun in die grafische und künstlerische Gestaltungsphase.

Auf den Spuren der ersten Marktgemeinderätin

Zuvor hatten einige Frauen und Männer der Arbeitsgruppe „Wolfratshauser Weibsbilder“ mit der herausfordernden Quellen- und Fotosuche zu kämpfen. So beschäftigt sich Christine Noisser immer noch mit dem Leben von Anna Floßmann, die nach dem Ersten Weltkrieg für die SPD als erste Frau in den damaligen Wolfratshauser Marktgemeinderat gewählt wurde. „Aufgrund eines Brandes im Stadtarchiv waren leider keine Aufzeichnungen mehr über sie zu finden“, bedauerte Noisser. Sie konnte lediglich ermitteln, dass Floßmann um das Jahr 1884 geboren wurde und später den karitativ engagierten SPD-Gemeinderat Franz Geiger heiratete. Hinweise zu ihrer Lebensgeschichte nimmt der Historische Verein unter info@remove-this.histverein.de  oder Tel. 0 81 71/34 59 05 gerne entgegen.

Bunte Palette quer durch die Jahrhunderte

Mit den 2010 und 2020 verstorbenen Frauen Carola Lössl und Zilla Fagner fanden noch zwei weitere ehemalige Stadträtinnen Aufnahme ins Biografieprojekt. „Wir bieten eine bunte Palette quer durch die Jahrhunderte“, verspricht Krafft. So beleuchtet Ursula Hämmerling das Wirken der Herzogin Elisabetta Visconti, die von 1397 bis 1403 auf der Wolfratshauser Burg gelebt hat und maßgeblich am wirtschaftlichen Aufschwung des damals verschuldeten Herzogtums Bayern beteiligt war. „Sie war eine geschäftstüchtige Wolfratshauserin“, erklärte die pensionierte Gymnasiallehrerin. Beeindruckend ist auch die von Esther Dobler-Reisner dargestellte Geschichte von Margarete Heilinglechner.

Die Großmutter von Bürgermeister Klaus Heilinglechner schaffte es, ihren 1945 abgebrannten Hof wieder aufzubauen. Weitere Biografien berichten über die ehemalige Heustadl-Wirtin Traudl Zistl, das Dienstmädchen Anni Riederauer, die Littig-Schwestern, Linde Karrer vom ehemaligen „Vierjahreszeiten-Haus“ am Loisachufer, die Krankenschwester Anni Schölderle und die Zwangsarbeiterin Anna Kubat. Zur künstlerischen Gestaltung der Silhouetten-Entwürfe haben sich jeweils eine Klasse des Gymnasiums Geretsried und des St.-Matthias-Gymnasiums in Waldram bereit erklärt.

„Zudem laufen Gespräche mit Kunstschlossern aus der Region“, sagte Krafft. Denn für die Aufstellung der Biografie-Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt es strenge Sicherheitsvorschriften. Die Ausstellung an verschiedenen öffentlichen Plätzen in der Innenstadt und im Stadtteil Waldram soll dann ab März 2022 erfolgen.

Info: www.histvereinwor.de

Foto: Peter Herrmann


NEWS