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Radtouren-Test

Parkartige Traumlandschaft mit Historie vor Deutschlands höchstem Gipfel

Von Benjamin Engel

Testfazit: Das Loisachtal zwischen Eschenlohe und Garmisch-Partenkirchen eignet sich besonders gut für entspannte Wander- oder Fahrradtouren vor traumhafter Naturkulisse. Die Wege führen durch das breite Nord-Süd-Tal ohne große Steigungen. Im Süden bietet das Wettersteingebirge mit der Alp- und der Zugspitze  einen imposanten Anblick.

Ausgangspunkt
Mit dem Fahrrad bietet sich Eschenlohe als Ausgangspunkt an. Vom Dorf geht es immer nach Süden entlang bis nach Farchant und den Kuhfluchtwasserfällen.

Dauer
Die Radtour zwischen Eschenlohe und Farchant und zurück ist etwa 23 Kilometer lang.

Wegbeschreibung
Nach der Loisachbrücke in Eschenlohe geht es entlang der Mühlstraße links des Flusses Richtung Süden. An der ersten Kreuzung müssen sich die Radler links halten und der Römerstraße folgen. Das erinnert an die Geschichte des Ortes. Um 200 nach Christus führte eine römische Handelsstraße durch das Werdenfelser Land nach Augsburg Richtung Norden. Die Römerstraße geht schließlich in einen Schotterweg über. Rechts unterhalb der freien Wiesen fließt Wasser vorbei, aber nicht das der Loisach, sondern des Mühlbachs.

"Sieben Quellen"
Nach kurzer Fahrstrecke sind die „Sieben Quellen“ erreicht. Der idyllische Quellteich liegt am nordöstlichen Rand des Pfrühlmooses. Die Karstquellen haben einen hohen Sulfatgehalt. Ihr Wasser fließt rund eineinhalb Kilometer über den Mühlbach in die Loisach. Anschließend zieht der Weg immer an den westlichen, steil abfallenden Ausläufern des Estergebirges entlang durch lichten Wald. Zur Rechten liegen ausgedehnte Moorflächen.

Schließlich schwenkt der Weg weiter nach Westen ab und führt am Golfclub Garmisch-Partenkirchen in Gut Buchwies bei Oberau vorbei. Der Club wurde 1928 gegründet. Der Platz hat 18 Löcher. Zur Anlage gehören eine Driving Range genauso wie ein Putting und Chipping Green. Auf dem von Bäumen durchsetzten Wiesengelände lässt sich vor der Kulisse des Wettersteingebirges golfen.

„Die Schlacht am Steinernen Brückerl“
Der Teerstraße folgen die Radler bis kurz vor der Brücke über die Loisach bei Oberau. Nun biegen sie nach links in einen Weg entlang des Röhrlbachs, der wieder an die Westflanke des Estergebirges leitet. Bald sind linkerhand wieder ein paar Greens des Golfclubs zu sehen. Hier sind im Gelände noch die Spuren von Schanzanlagen zu sehen. Ein Gedenkstein erinnert an die sogenannte „Schlacht am Steinernen Brückerl“ im Spanischen Erbfolgekrieg. Der bayerische Kurfürst Maximilian II. Emauel ließ von 1702 bis 1703 die „Neue Schanz“ errichten. Sie sollte das bayerische Territorium gegen die kaiserlichen Truppen der Habsburger aus dem Süden schützen. Am 27. August 1703 trafen in der „Schlacht am Steinernen Brückerl“ rund 11000 österreichische Truppen auf etwa 900 bayerische Soldaten, welche die Schanze verteidigten. Sie mussten sich der Übermacht ergeben. Die ältere „Schwedenschanze“ auf der anderen Loisachseite wurde im 30-jährigen Krieg errichtet.

Nach der blutigen Historie ist wieder Naturgenuss gefragt. In südlicher Richtung geht es über saftige Wiesen bis der Kuhfluchtgraben bei Farchant erreicht ist. Das Kiesbett ist eine abwechslungsreiche Abenteuerspielwiese für Kinder. Der Name Kuhflucht hat mit den meist sanft vor sich hin grasenden Vierbeinern nichts zu tun. Er leitet sich viel wahrscheinlicher vom lateinischen Wort „confluctum“ ab, da der Bach in die Loisach mündet, also mit ihr zusammenfließt. Ein Abstecher zu den tosenden Kuhfluchtwasserfällen rund 100 bis 200 Höhenmeter weiter oben lohnt. Auf dem Weg eröffnen Besichtigungskanzeln Ausblicke auf Stromschnellen. Dann ist die Brücke über den Kuhfluchtgraben erreicht.

Wieder im Tal zurück gäbe es noch viel zu entdecken. Weiter nach Süden Richtung Garmisch-Partenkirchen führt etwa der Philosophenweg. Zitate berühmter Philosophen von Platon bis Schopenhauser zieren fast alle Ruhebänke am Wegrand. Der Philosophenweg führt auch über einen interessanten Waldlehrpfad.

Doch um die eigene Kondition nicht überzustrapazieren, kann man getrost auch wieder Richtung Eschenlohe umkehren.


Verpflegung
Der Tonihof am Ortsrand von Eschenlohe in der Walchenseestraße lockt mit einer sonnigen Panoramasüdterrasse. Hier lässt es sich in angenehmer Atmosphäre entspannen.

Fotos: Benjamin Engel

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