Loipentipp: Eng
Mit Langlaufski in den Ahornboden
Von Benjamin Engel
Testfazit: Wer von Hinterriß aus in Richtung Talschluss auf die Loipe geht, wird die Eng wohl zu kaum ein anderen Jahreszeit weniger besucht erleben als an einem mit Schneefall beginnenden Hochwintertag. Das bietet ein ungewohntes Flair im für seine wilde Natur bekannten und daher oft gut besuchten Karwendelgebirge. Wenn die Sonne rauskommt, bietet die Loipe von Hinterriß bis zum Großen Ahornboden und zurück reichlich Gelegenheit, um auf die zerklüfteten Felsmassive links und rechts zu schauen. Weil die Mautstraße im Winter geschlossen ist, können die Wintersportler dafür umso tiefer in die Natur eintauchen. Für die insgesamt um die 28 Kilometer lange Strecke sollten die Langläufer aber konditionsstark und techniksicher sein. Wer unterwegs zu essen und zu trinken haben will, muss alles einpacken. Eine Einkehrmöglichkeit gibt es entlang der Loipenstrecke nicht.

Ausgangspunkt
Zum Loipeneinstieg gibt es zwischen Hinterriß und der Mautstation beim einstigen Hotel Herzoglicher Alpenhof mehrere Parkplätze.
Dauer
Wer sich Zeit für Blickpausen nehmen möchte sollte für die Tour um die vier Stunden Zeit einplanen. Zurück geht es einfach, weil es dann fast nur noch leicht bergab geht.
Wegbeschreibung
Hinterriß ist die einzige sommers wie winters dauerhaft bewohnte Siedlung im Karwendel – und eine Tiroler Enklave im nur von bayrischer Seite aus zu erreichenden österreichischen Gemeindegebiet von Vomp und Eben. Einst war die Region als Bergbau, viel mehr noch als Jagd- und Forstwirtschaftsgebiet bedeutend. Inzwischen zieht es die Gäste wegen der imposanten Natur in den Naturpark Karwendel. Der umfasst 739 Quadratkilometer, ist damit das größte Schutzgebiet Österreichs. Dort gedeihen seltene Pflanzenarten, finden besondere Tiere wie der Steinadler ihren Rückzugsort.
Die Loipe in die Eng ist nur für Langläufer in klassischer Technik gespurt. Eine Skatingstrecke gibt es nicht. Für die Präparierenden steht eine Einwurfkasse an der Strecke bereit. Los geht es südöstlich von Hinterriß erst einmal flach über freie Wiesen und am Rissbach entlang. Schließlich geht es immer wieder etwas bergan. An die 300 Höhenmeter weiter bergauf als Hinterriß stehen die Gebäude des Almdorfs im Großen Ahornboden.
Entlang der Loipe weisen Schilder zu bekannten Sommerzielen wie dem Johannis- oder dem Laliderertal, dem Karwendelhaus oder der Falkenhütte. Vor den Felszacken der Falken oder der Roßkopfspitze kommt sich der Wintersportler im Tal ziemlich klein und unbedeutend vor. Doch bevor es zu philosophisch wird, geht es weiter hinein in die prächtige Naturkulisse.
Kurz vor Loipen-Halbzeit geht es in den Großen Ahornboden hinein. Vor allem schneebedeckt bieten die teils alten Baumriesen einen einmal ganz anderen Charakter, kommen die meisten Ausflügler doch wegen der Laubfärbung im Herbst dorthin. Wer etwas zu essen oder zu trinken eingepackt hat, kann sich nun für die zweite Halbzeit auf der Loipe stärken.
Verpflegung
Entlang der Loipenstrecke hat im Winter keine Einkehr geöffnet. In Hinterriß gibt es das Hotel und Gasthof zur Post.
Fotos: Benjamin Engel









