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10. Geretsrieder Unternehmerforum

Bürgermeister Müller stellt Stadtentwicklungskonzept vor

Von Peter Herrmann

Geretsried, 22.5.2015 – Ein Novum gab es beim mittlerweile zehnten Geretsrieder Unternehmerforum in der Mensa der Karl-Lederer-Schule: Erstmals wurde kein auswärtiger Redner eingeladen. Stattdessen präsentierte Bürgermeister Michael Müller die Ziele seines umfassenden Stadtentwicklungsplans.

S-Bahn-Verlängerung als wichtigste Infrastrukturmaßnahme
Dr. Wolfgang Schumann, Vorstandsvorsitzender der Industriegemeinschaft (IGG), begrüßte rund 40 Besucher – darunter auch den Wolfratshauser Bürgermeister Klaus Heilinglechner und den Vorsitzenden des IHK Gremiums in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach Reinhold Krämmel. Bevor Müller seinen 45-minütigen Vortrag begann, bezeichnete Schumann die geplante Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried als die „wichtigste bevorstehende Infrastrukturmaßnahme der kommenden Jahren" und stellte sogar eine finanzielle Beteiligung der IGG in Aussicht. „Wir werden das unterstützen. Da können wir auch über eine Erhöhung der Gewerbesteuer reden“, so Schumann.

Die Realisierung des S-Bahn-Projekts ist zweifellos eines der wichtigsten Ziele von Müllers Stadtentwicklungsplan. „Ich will Geretsried sozial, lebenswert und wirtschaftlich stark gestalten“, schickte Müller voraus. Er rechnete vor, dass sich durch die Errichtung der rund neun Kilometer langen S-Bahn-Verlängerung allein der PKW-Verkehr pro Tag um 61.000 Kilometer reduzieren lässt. Dennoch dürfe der Straßenbau nicht vernachlässigt werden. Müller denkt hier unter anderem auch an eine bessere Ost-West-Verbindung zwischen Holzkirchen und Weilheim.

Die Stadt sozial und wirtschaftsfreundlich gestalten
Um die „Marke Geretsried“ zu stärken will Müller zunächst die Quartiersentwicklung in den vier Stadtteilen vorantreiben. So soll in spätestens zwei Jahren ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt und das Zentrum am Karl-Lederer-Platz gestärkt werden. Die vorgesehene Besiedelung der Böhmwiese müsse sich daher in einem maßvollen Rahmen bewegen. „Ein Zentrum am Waldrand zu entwickeln, halte ich für nicht zukunftsfähig“, stellte der Ratshauschef klar. Die bis vor kurzem noch stockende Erschließung des neuen Gewerbegebiets Gelting-Ost kommt nach der Beauftragung eines Maklerbüros mittlerweile gut voran. Müller geht davon aus, dass das Areal in fünf Jahren vollständig bebaut ist. Durch eine gezielte Akquisitionsstrategie sollen vor allem überregional agierende Unternehmen angelockt werden. Es werden dort aber auch kleinere Flächen im Besitz der Stadt bleiben.

Stärkung des Nordlandkreises
Um alle Herausforderungen zu meistern, sei laut Müller auch ein Ausbau der interkommunalen Zusammenarbeit mit Wolfratshausen und den umliegenden Kommunen notwendig. „Wir konkurrieren ja als Region mit anderen Regionen. Da gilt es den Nordlandkreis zu stärken“, forderte Müller. Zudem gelte es den Wohnraum in der Stadt bedarfsgerecht zu fördern. Es mache keinen Sinn nur Sozialwohnungen zu bauen und dabei den Bau anderer Wohnungen bzw. Häuser zu vernachlässigen.

In einer abschließenden Diskussionsrunde forderte der Unternehmer Stefan Lerche den Bürgermeister auf, das touristische Potenzial Geretsrieds auszuschöpfen. Schließlich führen an der Stadt mehrere überregionale Radwege vorbei. Und auch die unmittelbar angrenzenden Isarauen sowie die Voralpenlandschaft könnten vermarkten werden. Müller kündigte in diesem Zusammenhang die Herausgabe eines neuen touristischen Führers an, der voraussichtlich nächstes Jahr erscheinen wird. Bauunternehmer Reinhold Krämmel plädierte für die Entwicklung eines interkommunalen Gewerbegebiets und verwies dabei auf positive Beispiele aus dem Landkreis Miesbach. Müller begrüßte diese Idee und schlug zudem die Ansiedlung von Fachhochschulen vor. „So könnte die Attraktivität der Stadt weiter erhöht werden“, so Müller abschließend.

Fotos: Peter Herrmann

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