Bio-Metzgerei Packlhof
Eine Premium-Marke für Bio-Fleisch aus der Region
von Andrea Weber
Eurasburg, 17.9.2013 – Der Traditionsbetrieb Packlhof in Eurasburg ist ein Pionier in der Herstellung biologischer Fleischprodukte. Seit zwanzig Jahren setzt das Familienunternehmen auf kontrollierte und qualitativ hochwertige Ware aus der Region – mit Erfolg. Was einst als kleiner mobiler Verkaufsstand aus dem Kofferraum eines PKWs heraus anfing, ist heute ein Unternehmen geworden, das zu den umsatzstärksten in Eurasburg gehört und bundesweit der größte Abnehmer von Bioland-Erzeugnissen ist.
Große Fensterfronten, mit dem Blick in die freie Natur, bringen Licht in den Besprechungsraum im Obergeschoss des Biometzgereibetriebs Packlhof. Der moderne Anbau auf dem Betriebsgelände in Eurasburg wurde heuer zum 25-jährigen Firmenjubiläum eingeweiht (wir berichteten, mehr…). Dort trifft sich Firmengründer und Geschäftsführer Josef Urban für gewöhnlich mit Kunden und Lieferanten. Aus dem einstigen landwirtschaftlichen Elternbetrieb hat er ein stattliches Unternehmen gemacht. Doch der Weg bis dahin war nicht immer einfach. Josef Urban erinnert sich an die Zeit, als er 1983 im Hof seiner Familie in Oberherrenhausen einen Hofladen mit Metzgerei eröffnete. „Man hat uns damals belächelt, dass wir mit biologisch kontrollierter Fleischware neue Wege gehen wollten“, erinnert sich der Firmenchef. Heute ist aus seiner unkonventionellen Idee ein hochmoderner Metzgereibetrieb mit einem großzügigen Bio-Supermarkt in Eurasburg geworden.
Pinzgauer Muttervieh aus eigener Zucht
„Biologisch kontrolliert“ bedeutet weit mehr, als Kühe glücklich auf der Weide grasen zu lassen. Dahinter steckt ein ganzheitliches Konzept, von der Bestandsdichte angefangen, über die Qualität der Fütterung bis hin zum Medikamenteneinsatz. Es beginne schon bei der Auswahl der Rinderrasse, erklärt Josef Urban. Der Packlhof verarbeitet Pinzgauer Muttervieh aus eigener Zucht. „Das ist eine alte Rasse mit besonders hoher Fleischqualität. Dieses Fleisch ist fein marmoriert und hat dadurch einen ausgezeichneten Geschmack“, erklärt Urban.
Siebzig Tiere leben heute im Stall des Packlhofs. Geschlachtet wird nicht im eigenen Haus, sondern bei zertifizierten Bio-Schlachtereien in Fürstenfeldbruck sowie in Kulmbach, die die Tiere durch Einzelschlachtung möglichst stressfrei behandeln. Im Betrieb, der entsprechend der hohen EU-Hygienebestimmungen 2005 in Eurasburg neu gebaut wurde, wird das Fleisch in einem sogenannten „kreuzungspunktfreien Produktionsablauf verarbeitet“, das heißt, die Prozesskette läuft stringent von der Anlieferung bis zum fertigen Produkt.
Packlhof ist der bundesweit größte Abnehmer von Bioland-Produkten
Zusätzlich zum eigenen Tierbestand kauft der Packlhof von Unternehmen aus dem Verband Bioland hinzu. Der Packlhof ist der bundesweit größte Abnehmer von Bioland-Produkten. Das Geflügel beispielsweise bezieht er aus dem Allgäu, vom Bodensee und aus Niederbayern. Derzeit arbeiten 40 Mitarbeiter im mittelständischen Betrieb in Eurasburg, Josef Urban weiß aber, dass es in der Zukunft immer schwieriger wird, Nachwuchs zu finden. „Das Metzgerhandwerk hat leider ein blutiges Image, obwohl das heutzutage alles Fleischtechniker sind, die den Umgang mit dem Computer beherrschen müssen.“
Wohin geht’s?
Seit zwanzig Jahren liefert der Packlhof sein hochwertiges Bio-Fleisch an Alnatura, einem der größten Biomittelhandel, mit bundesweit 77 Filialen. Das Fleisch der Eurasburger ist zudem im gesamten Oberland erhältlich, unter anderem im Loth-Hof-Laden in Münsing, beim Biomichl in Weilheim oder im Biomarkt in Penzberg. Kunden aus der dem ganzen Münchner Süden und aus der Region kommen gerne in den modernen Bioladen. „Der Renner ist unser Hackfleisch“, weiß Urban.
Imbiss in der gemütlichen Brotzeithütte
Auch Barbara Lemke aus Eurasburg kauft oft im geräumigen Bio-Supermarkt ein. „Ich bin froh, dass es den Packlhof hier bei uns gibt. Die Produkte sind sehr gut und ich nehme den Imbiss in der gemütlichen Brotzeithütte gerne in Anspruch“, sagt die Eurasburgerin. Für die Zukunft im Metzgerhandwerk prognostiziert Josef Urban: „Immer mehr Menschen machen sich Gedanken, woher das Fleisch kommt und wie es verarbeitet wird. Deshalb werden die Premium-Marken in Zukunft neben den Billigdiscountern bestehen.“
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Fotos: Andrea Weber, Fenny Rosemann






