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Wirtschaftsehrung für Gerhard Anton Meinl, Musikinstrumentenmanufaktur

Von Fenny Rosemann

Gerhard meinl bernd posseltDer Unternehmer Gerhard Anton Meinl erhielt im Rahmen einer Feierstunde am vergangenen Samstag die Wirtschaftsehrung in Form einer Ehrenurkunde, überreicht durch Bernd Posselt, Mitglied des Europäischen Parlaments und Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe.

„Um den Aufbau verdient gemacht. Für die Verdienste und den Aufbau unserer Wirtschaft“ lautet die Ehrung, verliehen von Martin Zeil, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe.

Bernd Posselt „Heute ehren wir nicht die Firma für ihr 200-jähriges Bestehen, sondern den heutigen Unternehmer Gerhard Meinl. Meinl ist ein Unternehmer und Politiker, der neben den wirtschaftlichen und kulturellen auch die politischen Dimensionen verbindet. Diese Wirtschaftsehrung ist nicht nur eine Auszeichnung für die Firma, die Unternehmerfamilie, die Mitarbeiter, und die wunderbaren Blechblasinstrumenten-Produkte mit ihren weichen und präzisen Tönen, sondern auch eine Auszeichnung für uns als Sudetendeutsche.“

Die Musikinstrumentenmanufaktur Wenzel Meinl feierte im vergangenen Jahr ihr 200-jähriges Firmenjubiläum. Meinl leitet heute in 7. Generation das tradierte Familienunternehmen.

Walter Pilz gratuliert als 1. Vorsitzender im Namen der Landsleute der Kreisgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft „Meinl ist nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, der sich in und für unsere Gesellschaft nachhaltig einsetzt. Die vielen Ehrenämter die er im Laufe der Jahre und immer noch begleitet, sind Zeugnis dafür.“

Martin Bachhuber, Stimmkreisabgeordneter des Stimmkreises Bad Tölz-Wolfratshausen/Garmisch-Partenkirchen und CSU-Kreisvorsitzender, würdigt die Aufbauarbeit mittelständischer Unternehmer in schwierigen Zeiten und lobt die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Bayern. Der Unternehmer Meinl könne stellvertretend für viele diese würdige Auszeichnung übernehmen. Beispielhaft sei der Aufbau dieses Unternehmens, die Vertreibung und der Wiederaufbau. „Dieser Betrieb ist beispielhaft für die Entwicklung Geretsrieds und auch des Landkreises, der landwirtschaftlich geprägt war und sich nun prächtig entwickelt hat.“ Bachhuber bedauert, dass Meinl in Geretsried parteipolitisch zurücktreten will und hofft, das sich Meinl „in größerem Umfang im Kreis als Wirtschaftspolitiker in unserer Partei einbringt. Wir brauchen wieder mehr Unternehmer die sich zu Wort melden.“ Meinl ist ein hervorragender Unternehmer, und ein unverzichtbarer Politiker. Bachhuber wünscht „Bleib‘ uns als Unternehmer und in der Politik erhalten.“

Josef Niedermeier, Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen und Klarinettist bewundert die Leistungen des Unternehmer Meinls, die Besonderheit der Manufaktur und wie Meinl die Herausforderung der letzten Jahrzehnte angenommen hat „da kann ich nur den Hut ziehen“.

Die Redner und Gäste sind voll des Lobes über den Unternehmer. Meinl bleibt bescheiden: Die Aufbauleistung für die Bayerische Wirtschaft sei auch die Leistung seines Großvaters, seines Vaters, seiner Mutter und aller Mitarbeiter, die das Unternehmen seit 200 Jahren geschaffen haben, sowohl vor Flucht und Vertreibung als auch danach. „Ich war eigentlich bereits ein gemachter Nestsitzer. Aber wenn man etwas ererbt, muss man es auch erwerben um es zu besitzen, und dies war mir ein Herzensanliegen. Und so ist aus diesem Erwerb, aus dem originalen Bunker etwas geworden: Die Heimat für die eigentliche Handarbeit, der Instrumentenbautradition, insbesondere auch der Egerländer Instrumentenbautradition, mit einer spezifischen Klangvorstellung und mit einem weicheren Ton.“

wenzel meinlAus seinem Herzensanliegen baute Meinl als Musikinstrumentenbauer den Familienbetrieb aus zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit rund 300 Mitarbeitern. Vor 200 Jahren aus dem Sudetenland vertrieben, hat sich das Unternehmen in der neuen Heimat behauptet und zu deren wirtschaftlicher Blüte wesentlich beigetragen.

Die Ehrenfeier fand in der großen, fast unverändeten Montagewerkstatt am Seniweg in Geretsried statt. In diesen Werkräumen produzierte bereits Meinls Großvater. Unter den Ehrengästen sind die Familie Meinl, Geretsrieder Gemeinderäte und kommunalpolitische Vertreter, sowie Anita Stowasser, die Tochter des ersten Lehrlings des Unternehmens.

Roland HammerschmiedDie Muckefuck-Combo unter Leitung von Roland Hammerschmied übernahm die musikalische Umrahmung der Feier mit Couplets aus dem Nachkriegsmärchen „Alles Blech“. Die Handlung des Märchens ist inspiriert durch die Familiengeschichte Meinls und beschreibt auf humorvolle Weise das Schicksal einer Egerländer Musikinstrumentenmacher-Familie nach ihrer Ankunft in einem oberbayerischen Dorf. Auch die Autorin des Stücks Frau Jelena Zinnecker war unter den Gratulanten. Im Hochzeitsanzug seines Vaters verbirgt sich der Egerländer Gmoi Vorsitzender Helmut Hahn in der Muckefuck Combo als Bläser.

Wenzel Meinl GmbH
Musikinstrumentenmanufaktur
Seniweg 4
D-82538 Geretsried
Tel.: +49 8171-92187-0

www.b-and-s.com

www.melton.de

Fotos: Hartmut Pöstges, Wenzel Meinl GmbH

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