Das Magazin für das Bayerische Oberland

Tyczka Totalgaz GmbH in Geretsried

Attraktiver Arbeitgeber

von Benjamin Engel

Geretsried, 30.6.2015 – Allein in diesem Jahr werden in Bayern 132000 Fachkräfte fehlen. Das zeigen die Auswertungen des Fachkräftemonitors Bayern der Industrie- und Handelskammer (IHK). Durch den demografischen Wandel altern die Belegschaften von Unternehmen. Attraktive Arbeitgeber müssen ihrem Personal deshalb mehr bieten als einen sicheren und hoch dotierten Arbeitsplatz. Nur so können sie Fachkräfte finden und langfristig an ihr Unternehmen binden. Mit vielfältigen Maßnahmen von betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM), innovativen Arbeitszeitmodellen bis hin zu einer einheitlichen Wertekultur setzt das mittelständische Unternehmen Tyczka Totalgaz aus Geretsried diese Themen längst um. Davon konnten sich Beschäftigte von Unternehmen beim IHK-Firmenbesuch am vergangenen Donnerstag vor Ort überzeugen.

„Wir pflegen einen kooperativen Führungsstil“, sagte Dr. Hans-Wolfgang Tyczka, Inhaber der Tyczka Firmengruppe. Jeder aufgeschlossene Mitarbeiter könne Ideen und Diskussionsbeiträge einbringen und so Entscheidungen mitherbeiführen. Information, Kommunikation und Kooperation seien Schlüsselfaktoren für eine gute Zusammenarbeit, erzeugten ein gutes Betriebsklima und trügen zur Geschlossenheit der Gruppe bei, sagte Dr. Hans-Wolfgang Tyczka.

Einer der 100 besten Arbeitgeber Deutschlands

Ausgangspunkt vielfältigen Engagements war die Beteiligung am bundesweiten Wettbewerb „Great Place to work“. 2014 ist Tyczka Totalgaz, das bundesweit führende Unternehmen im Bereich Flüssiggas, bereits zum fünften Mal als einer der 100 besten Arbeitgeber Deutschlands ausgezeichnet worden (wir berichteten, mehr…).

Umfangreiches betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Teilnahme habe die Außenwirkung des Unternehmens erhöht, sagt Astrid Gövert, Leiterin für Marketing und Kommunikation. Außerdem hätten die Mitarbeiter Impulse für Verbesserungen gegeben. So nannten sie  die psychische und emotionale Belastung am Arbeitsplatz als verbesserungsbedürftig. Neben einzelnen Maßnahmen wie Rückenschulen, Gesundheitstagen oder Pilates-Kursen hat das Unternehmen ein umfassendes BGM entwickelt und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter besonders in den Blick genommen. Dazu gehöre, dass Führungskräfte genauer auf das Verhalten ihrer Mitarbeiter achteten, sagt Hannes Schwarz, Leiter Recht und Personal bei Tyczka Totalgaz. Das bedeute etwa, Mitarbeiter vor sich selbst zu schützen, wenn sie immer mehr Aufgaben übernähmen und keinen Urlaub machten. Dann gehe es darum gemeinsam Prioritäten festzusetzen oder Aufgaben zu verlagern, sagt Schwarz. Seit Ende 2014 kooperiert Tyczka Totalgaz mit dem Partner Machfit. Die Mitarbeiter können über ein Internetportal Fitness- und Gesundheitskurse buchen. Dafür bekommen sie ein Budget von 200 Euro. Davon profitiert auch das Unternehmen. Der Krankenstand sei deutlich unter den branchenspezifischen Durchschnitt auf Landes- und Bundesebene gesunken, sagt Schwarz.

Teilzeitarbeitsmodelle nach Maß

Gerade für Eltern ist es wichtig, Beruf und Familie (Work-Life-Balance) miteinander vereinbaren zu können. Ebenso wollen junge Mitarbeiter vielfach nicht mehr von Montag bis Freitag im Büro verbringen. Für sie hat Tyczka Totalgaz Teilzeitarbeitsmodelle nach Maß entwickelt, die ganz individuell festgelegt werden. „Wir versuchen unseren Mitarbeitern so weit wie möglich entgegenzukommen“, sagt Schwarz. Der sogenannte Flexurlaub erlaubt den Mitarbeitern mehr Urlaubstage zu bekommen, wenn sie dafür auf einen Teil ihres Gehalts verzichten. Das Unternehmen gewährt einen Kinderbetreuungszuschuss und hat Eltern-Informationstreffs für Mütter und Väter in Elternzeit eingeführt. In den Veranstaltungen informiert Tyczka Totalgaz sie über aktuelle Entwicklungen im Haus und hält den Kontakt. „Wir können es uns nicht leisten auf gut ausgebildete Mitarbeiter zu verzichten“, sagt Schwarz. Darüber hinaus gibt es für Mitarbeiter kleine Extras wie kostenloses Obst im Winter oder in mehrwöchigen Abständen sogenannte „Meet and Eat“-Treffen. Die Mitarbeiter können mit der Geschäftsführung ins Gespräch kommen und Gerichte mit regionalen, saisonalen und biologischen Zutaten essen (wir berichteten, mehr…).

Nachhaltig profitabel

Was dem physischen und psychischen Wohlbefinden der Mitarbeiter dient, nützt auch dem Unternehmen. Die Tyczka Totalgaz GmbH wolle ein Unternehmen sein, das nachhaltig profitabel sei, sagte denn auch Geschäftsführer Markus Eder. Die wesentlichen Geschäfte machten sie immer noch von Mensch zu Mensch. Der hauptausschlaggebende Faktor für einen erfolgreichen Abschluss sei der Sympathiefaktor. Seien Menschen nicht gesund, könnten sie keine guten Geschäfte machen, sagt Eder. Der Mensch steht in der Zusammenarbeit immer im Mittelpunkt, was die zehn Werte verdeutlichen, denen sich die Tyczka Totalgaz GmbH verpflichtet hat. Je eines der zehn Geschäftsleitungsmitglieder stehe Pate für je einen Wert von Authentizität, Ehrlichkeit, Nachhaltigkeit bis hin zu Offenheit und Wertschätzung.

Vorbildhaft als attraktiver Arbeitgeber

Angesichts der schlagkräftigen mittelständischen Unternehmen in Bayern werde ihm um deren Zukunft nicht bange, sagt Reinhold Krämmel, Vorsitzender des IHK-Gremiums für Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach. Allerdings zählten zunehmend weiche Faktoren, um Fachkräfte zu finden und zu binden. Heute sei man bei einem Unternehmen zu Gast, dass diese Frage vorbildhaft beantworte, sagte Krämmel. Einen attraktiven Arbeitgeber zeichne aus, dass er eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermögliche, Frauen Chancengleichheit und Aufstiegschancen biete, ältere Mitarbeiter fördere, eine betriebliche Gesundheitsförderung aufbaue sowie Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutiere und integriere.


Fotos: Benjamin Engel, Sabine Hermsdorf, Tyczka Totalgaz GmbH


Weitere Informationen

Wer offen ist für neue und anspruchsvolle Aufgaben, der findet im Karriereportal von Tyczka Totalgaz unter www.tytogaz.de passende Angebote: von Ausbildungsplätzen und Praktika bis zur Datenbank über offene Stellenangebote sowie weitere informative Einblicke in die Arbeitswelt von Tyczka Totalgaz.