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Ein gutes Gehalt reicht längst nicht mehr, um junge Talente zu begeistern oder gute Mitarbeiter langfristig zu binden. Stattdessen werden Konzepte immer wichtiger, die das Arbeits- und Privatleben („Work-Life-Balance“) optimal miteinander verbinden. Das Geretsrieder Unternehmen Tyczka Totalgaz hat vor diesem Hintergrund ein betriebliches Gesundheitsmanagement eingeführt, um sich mit einem Bündel an Maßnahmen als attraktiver Arbeitgeber zu empfehlen.

Energie und innere Balance

Von Claudia Koestler

Geretsried, 26.10.2014 – Am Anfang steht der Druck. Permanenter, stetiger Stress, der irgendwann nicht mehr anspornt, sondern Erholung kaum noch zulässt. Später kommen die bleischwere Erschöpfung, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen hinzu: Gereiztheit und innere Unruhe, im aufreibenden Wechsel. Am Ende steht das Burn-out. Diese Form des sich-ausgebrannt-Fühlens häuft sich in Deutschland, die Zahl der Fehltage von erkrankten Beschäftigten steigt seit Jahren an, genauso wie die Kosten für die Unternehmen und für das Gesundheitssystem. Doch wenn die Balance zwischen beruflichen Anforderungen und den persönlichen Ressourcen nicht mehr stimmt, wenn man nicht mehr abschalten kann und der eigene Perfektionismus der Erholung entgegensteht, dann müssen größere Faktoren die Rahmenbedingungen wieder anders stellen. Große Unternehmen haben das längst erkannt. Eigene Abteilungen kümmern sich dort im Rahmen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) um Fitness, Ernährung, ergonomische Arbeitsplätze, Sport- und Bewegungsprogramme. Und auch in mittelständischen Unternehmen ist das Thema bereits angekommen, so zum Beispiel bei Tyczka Totalgaz in Geretsried.

„Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter sind bei uns äußerst wichtige Themen“, bestätigt Hannes Schwarz, Prokurist, Leiter des Bereichs Recht und Personal und Gesundheits-Beauftragter der Firma. Das hat nicht nur humanitäre Gründe, sondern auch wirtschaftliche Vorteile: Denn hohe Krankenstände und Fluktuation, Verlust von Know-how bei vorzeitigem Ruhestand und kostspielige Neueinstellungen können vermieden werden, wenn sich der Betrieb mehr um seine Mitarbeiter kümmert, zum Beispiel mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Gesundheit der Mitarbeiter als Managementaufgabe

Seinen Ursprung nahm die Einführung des BGM bei Tyczka Totalgaz mit der Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Great Place to Work“ (wir berichteten, mehr…). Dabei konnte der Betrieb inzwischen wiederholt eine Platzierung unter den 100 besten Arbeitgebern Deutschlands erzielen. Basis der Bewertung sind dabei stets Mitarbeiterbefragungen, die 2012 dem Unternehmen auch aufzeigten, wo es noch Verbesserungspotential gab. Neben Raumklima und Rückenproblemen nannten die Mitarbeiter damals vor allem Arbeits- und Stressbelastung, der sie ausgesetzt waren, als verbesserungsbedürftig. Ein Ausreißer in der sonst nahezu makellosen Bewertung, den sich das Unternehmen zu Herzen nahm. 2013 wurde deshalb mit der Umsetzung von Verbesserungen begonnen.

Schließlich muss auch ein Unternehmen wie Tyczka Totalgaz im Wettbewerb um knapper werdende Fachkräfte punkten. Ein angenehmes, ja gesundes Betriebsklima spielt dabei eine entscheidende Rolle bei der Arbeitsplatzwahl. Der demographische Wandel ändert die Arbeitswelt und bringt für die Unternehmen neue Anforderungen. „Wegen der demografischen Entwicklung sind wir natürlich mehr und mehr darauf angewiesen, Leistungsfähigkeit und Motivation der Arbeitnehmer zu erhalten und qualifizierte Mitarbeiter langfristig zu binden“, bestätigt Schwarz. Damit wird die Gesundheit der Mitarbeiter zur Managementaufgabe, die auch im Wettbewerb um qualifizierten Nachwuchs Pluspunkte bringt.

Unterschied zwischen Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement

Die Maßnahmen, die die Firma deshalb traf, waren vielfältig, von der Bildung altersgemischter Teams über flache Hierarchien und Sportgruppen bis hin zu einem Angebot von regionalem, hochwertigem Essen. „Wir haben ja seit Jahren bereits Rückenkurse angeboten oder unsere Laufgruppe installiert“, sagt Schwarz. Aber genau das sei ihm zufolge eben der Unterschied zwischen Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement: „Bei Ersterem bietet man etwas an, was breit gestreut ist und jeder mitmachen kann, der will. Beim Gesundheitsmanagement indes hat man eine aufwändige Analysephase und findet gezielt heraus, wo die Probleme sind, um dann die Stellschrauben zu justieren“, erklärt Schwarz.

Bausteine des Gesundheitsmanagements

Manche Maßnahmen waren einfach umzusetzen, etwa durch die Reinigung der Klimaanlagen für besseres Raumklima zu sorgen, oder mit der Anschaffung von Stützgürteln für Abfüller, der Erweiterung von Sportangeboten und präventiven Kursen den Rückenproblemen entgegenzuwirken. In anderen Abteilungen half die Überarbeitung von Personaleinsatzzeiten oder die Schaffung neuer Stellen, eine Entlastung zu erzielen. Früher waren Kantinen zudem die Ausgabestelle für Sattmacher, heute ist es bei dem Geretsrieder Energieversorger ein wichtiger Baustein des Gesundheitsmanagements mit schmackhaften und gesunden Lebensmitteln.

„Ziel ist ja, dass man Verbesserungen auch lebt“

All das brachte zwar Verbesserungen, doch das Unternehmen wollte es nicht als isoliertes Projekt abhaken: „Ziel ist ja, dass man Verbesserungen auch lebt“, sagt Markus Eder, Geschäftsführer der Tyczka Totalgaz. Trotz der ersten Maßnahmen sei im Alltag seiner Ansicht nach „der Faktor Mensch noch immer zu wenig beachtet worden“. Deshalb wurde das betriebliche Gesundheitsmanagement eingeführt, für das jedes Mitglied der Geschäftsleitung in seinem Bereich für die Umsetzung und den Austausch untereinander und mit dem Betriebsrat verantwortlich ist.

Eine Balance finden

Zudem hat sich das Geretsrieder Unternehmen im Jahr 2014 gezielt den Schwerpunkt „Psychische Gesundheit“ gesetzt und in diesem Zuge umfangreiche Maßnahmen zur Stressreduktion der Mitarbeiter, teils mit externer Unterstützung, initiiert. Eine besondere Gewichtung erfuhr dabei die Schulung von Führungskräften, „denn vielfach wird Stress durch Führung verursacht oder verstärkt“, weiß Schwarz.

Dabei sind zunehmende Belastungen gar nicht immer nur alleine auf den Beruf zurückzuführen. Denn auch private Stressfaktoren wie familiäre Spannungen, Belastung durch die Pflege von Angehörigen oder Ähnliches spielen zunehmend eine Rolle und beeinflussen den beruflichen Alltag. „Deshalb ist es wichtig, das Bewusstsein und die Sensibilität gegenüber solchen Anzeichen von Belastungen bei den Führungskräften zu stärken“, sagt Schwarz. Flexible Arbeitszeitmodelle könnten dann beispielsweise oftmals helfen, hier wieder eine Balance zu finden zwischen den Anforderungen des Jobs und den privaten Aufgaben.

Dass sich solches Engagement auch fürs Unternehmen lohnt, bestätigen Umfragen immer wieder. So fand die Beraterfirma „Towers Watson“ erst kürzlich heraus, dass 63 Prozent der nachhaltig engagierten Mitarbeiter besonders den Einsatz des Unternehmens für eine ausgewogene „Work-Life-Balance“ schätzen. Energie und innere Balance sind somit die Garanten für eine erfolgreiche Zukunft - sowohl für den Betrieb wie für die Mitarbeiter.


Weitere Informationen

Wer offen ist für neue und anspruchsvolle Aufgaben, der findet im Karriereportal von Tyczka Totalgaz unter www.tytogaz.de passende Angebote: von Ausbildungsplätzen und Praktika bis zur Datenbank über offene Stellenangebote sowie weitere informative Einblicke in die Arbeitswelt von Tyczka Totalgaz.