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TOP-PERFORMER IM OBERLAND

Von der Vision zur Realität: In dreißig Jahren von der eigenen Energie leben

Text und Foto von Andrea Weber

Wolfratshausen, 9.8.2011 – Sie haben eine Vision vor Augen und sich ein großes Ziel gesetzt: Die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ setzt sich dafür ein, dass die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach, und seit heuer auch Weilheim-Schongau, bis zum Jahr 2035 durch Energieeinsparung und den alleinigen Einsatz von regenerativen Energien auf dem Energiesektor autark sein werden. Das heißt, dass sich dann die drei Landkreise im Oberland selbst versorgen können. Der Weg dorthin ist lang, aber es wird funktionieren, davon sind die Stiftungsmitglieder überzeugt.

Es geht mit dem richtigen Mix aus erneuerbaren Energien

Sonnen-, Wind-, Wasserkraft und der nachwachsende Rohstoff Holz geht einher mit der effizienten Nutzung und mit dem bewussten Energiesparen der Bürger, der Kommunen und der Industrie. Dann, so sagen die ehrenamtlichen Mitarbeiter der „Energiewende Oberland“, könne ein Wandel zur nachhaltigen und erneuerbarer Energieversorgung funktionieren. Um diesen existenziellen Paradigmenwechsel im Umwelt- und Klimaschutz zumindest im Bayerischen Oberland zu forcieren, hat sich 2005 die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ gegründet. Seitdem hat die Stiftung, zu der heute fünf feste Mitarbeiter, 50 ehrenamtlich Helfer sowie rund 200 Einzelstifter gehören, viel an „Sensibilisierungsarbeit in der Bevölkerung“ geleistet.

In der Zentrale in Wolfratshausen, die im kommenden Jahr nach Penzberg umsiedelt, sind Energieberater wie Andreas Scharli da, um Bürgern, Unternehmen und Verantwortlichen der Städte und Kommunen bei konkreten Umsetzungsmaßnahmen zu helfen, wie dem Aufbau von Biogasanlagen, der Umstellung auf Holzpellet-Heizkraftwerken oder bei Solarkonzepten.

Engagement auf drei Schwerpunktfeldern

Den Schwerpunkt legt die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ vor allem auf den Aufbau eines Energie-Kompetenz-Zentrums, indem sie eng mit Städten und Gemeinden der drei Landkreise zusammenarbeitet, um kompetent bei der Entwicklung ihrer Klimaschutzkonzepte zu unterstützen. Dazu gehört auch die Realisierung konkreter Projekte und Piloten. „Unser Car-Sharing in Wolfratshausen und Geretsried ist ein solches Projekt, das sehr gut läuft“, erklärt Geschäftsführerin Karina Rebele. Hier können Mitglieder per Internet ganz einfach den Standort der Autos finden und Sharing-Fahrzeuge mieten. Zum Öffnen des Fahrzeugs wird lediglich ein Chip im eigenen Führerschein benötigt. „Das ist natürlich nur ein Beispiel von vielen. Aber durch solche Projekte verändert sich die Gewohnheit und das Verhalten beim Energieverbrauch, und das ist das Allerwichtigste.“, erklärt Rebele.

Auszeichnungen vom Staat und der Wirtschaft

Für das Engagement hat die Bürgerstiftung bisher schon zahlreiche Auszeichnungen und finanzielle Förderungen vom Staat und der Wirtschaft bekommen. Besonders am Herzen liegt ihnen das Thema „Bildung“, denn die Kinder gestalten schließlich die Zukunft. „Sonne – voll Energie“ heißt ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Umwelt und Kultur“ in Benediktbeuern, in dem die Energieexperten spielerisch Grundschüler an das Thema nachhaltige Ökologie heranführen. „Wir lassen sie mit dem Solarkocher Würstel warm machen oder mit dem Energiefahrrad einen Radio zum Laufen bringen.“ Den Umweltpreis 2008 hat die Stiftung für ihre „Berufsoffensive“ bekommen. Darin wird Hauptschulabsolventen gezeigt wie sich heute Handwerksberufe ökologisch verändert haben. „Der Malermeister malt nicht mehr nur, sondern er konzipiert auch energiebewusste Dämmkonzepte.“

Es gibt also viel zu tun, deshalb sucht die Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ finanzielle Stifter und ehrenamtliche Helfer, damit der Mensch und die Erde weiterhin eine Zukunft haben.

Weitere Informationen finden Sie unter: energiewende-oberland.de

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