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Wirtschaftsforum Oberland feiert zehnjähriges Bestehen

„Lobbyarbeit für die ganze Region“

von Barbara Semelka

Königsdorf, 21. März 2014 – Mit einem unkonventionellen Fest hat das Wirtschaftsforum Oberland (WFO) sein zehnjähriges Bestehen im Posthotel Hofherr in Königsdorf gefeiert. Statt nicht enden wollender Grußworte und trockenem Rückblick auf die Aktivitäten, bekamen die 120 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zwischen den Gängen des Abendessens einen Film, eine Podiumsdiskussion und am Schluss des Abends Spottlieder und Sketche der Kabarettgruppe Couplet AG serviert. Der neueste Coup des WFO: Es konnte die Stadt Penzberg als Mitglied gewinnen. Dazu WFO-Aufsichtsratsmitglied und Landrat Josef Niedermaier: „Die ganze Region partizipiert von der Firma Roche Diagnostics und natürlich auch die Stadt Penzberg selbst.“

Doch ganz um Grußworte kam Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Krämmel nicht herum. Hatten sich doch neben Vertretern von Unternehmen und Verbänden eine ganze Reihe prominenter Politiker eingefunden. Dazu gehörten die Landtagsabgeordneten Florian Streibl und Martin Bachhuber und die Bürgermeister Cornelia Irmer aus Geretsried, Helmut Forster aus Wolfratshausen und Michael Grasl aus Münsing. Die Idee, statt Aufzählen von Aktivitäten der vergangenen zehn Jahre Regionalmarketing einen Film zu zeigen, kam gut an. Gedreht hat ihn die Firma T.media in Gelting. Schließlich erzählen Bilder mehr als tausend Worte. Neben schönen Kameraschwenks über das Oberland, unterlegt mit den Worten, dass hier pure Lebensqualität herrsche, erfuhren die Zuschauer auch, dass in der Region eine gesunde Wirtschaftsstruktur walte, vor allem wegen der kleineren und mittleren, oft noch familiengeführte Betriebe.

150 Mitgliedsfirmen

Bei der Gründung von zehn Jahren sei das Wirtschaftsforum einmalig gewesen in Bayern. Auf nunmehr 150 Mitgliedsfirmen sei das WFO angewachsen – Tendenz steigend. Neben Projekten wie familienfreundliche Betriebe, Gipfelstürmer-Wettbewerb, Unternehmer-Frühschoppen zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch, Sommerfeste und Wanderreisen stünde auch im Mittelpunkt, wie das Wirtschaftsforum weiter Aufmerksamkeit weit über die Region hinaus erreichen könnte. Dazu gehöre der alljährlich stattfindende Halbmarathon, der Läufer aus ganz Südbayern oder Tirol nach Geretsried und Wolfratshausen locken würde. Auch wenn das Festmenü mit Kräutercremesuppe, Rinderschmorbraten oder Mangmühler Forellenfilet sowie Eis vom Beindlhof mit warmen Sauerkirschen als Dessert sehr mundete: Die Zwischengänge wie der Film oder die Podiumsdiskussion zum Thema „Netzwerken in der Region für die Region“, die Jürgen Seitz, Leitender Wirtschaftsredakteur beim Bayerischen Fernsehen, moderierte, fanden hohe Aufmerksamkeit.

Das Wirtschaftsforum Oberland ist eine bedeutende Kommunikations-Plattform

Die Diskutanten Niedermaier, Krämmel und Kilian Willibald, alle drei Aufsichtsratsmitglieder, sowie WFO-Vorstand Andreas Roß und Johannes Schneider von der Immobilien-Treuhand AG Schneider & Prell waren sich einig: Das Wirtschaftsforum ist eine Solidargemeinschaft und eine bedeutende Kommunikations-Plattform. Sie soll noch größer werden, geht es nach Reinhold Krämmel und seinen Mitstreitern. Zu den Zukunftsvisionen gehöre nämlich, weiter neue Mitglieder zu gewinnen aus dem gesamten Oberland, also Miesbach, Weilheim-Schongau bis nach Garmisch Partenkirchen. Das sei wichtig für Themen wie Regionalplan oder Energiewende. „Denn die Zukunft liegt im Süden“, sagte er und wies darauf hin, dass alle Mitglieder diesen Slogan verwenden dürften. Außerdem sei jeder  willkommen, der sich mit dem „wunderschönen und erfolgreichen Wirtschaftsraum Oberland verbunden fühlt. Denn es ist pure Lebensqualität“.

Unterstützung durch die Politik gefordert

Doch bei der Podiumsdiskussion klang auch an, dass das Wirtschaftsforum nicht alle Probleme lösen kann: Stichworte S-Bahn-Verlängerung nach Geretsried oder teure Mieten, Grundstücke und Immobilien. Dass die Verlängerung zur „Boomtown Geretsried“ wegen Kaufkraft und Beschäftigung sehr wichtig sei, das sei unbestritten. Gleichwohl sagte Krämmel, dass dieses seit den 1970er Jahren geplante Projekt „ein Wirtschaftsverband allein nicht regeln könne“. Dafür müssten sich die Politiker, vor allem aber die Bahn AG einsetzen, um die Verlängerung zum Wohle von Geretsried und nicht zu Lasten von Wolfratshausen zu bauen. Wenn das WFO-Netzwerk jedoch größer werde, könne man sicher mitreden bei solch wichtigen Projekten.

Auf politische Entscheidungen zum Thema Siedlungsdruck sei ebenfalls zu warten, wenn es ums Baulandausweisen ginge. Außer in Geretsried, das noch viele Flächen habe, sei sonst leider wenig geboten im Landkreis. Bei der Neuansiedlung von Firmen sollte darauf geachtet werden, dass sich hier innovative Unternehmen mit wenig Flächenbedarf ansiedeln. „Wir können es uns nämlich nicht leisten, dass noch mehr verbaut wird“, fügte Krämmel hinzu, und das, obwohl das überteuerte München den Siedlungsdruck ins Umland verlege. Er betonte: „Wir müssen vor allem raus aus dem Spekulationsdruck, und von politischer Seite ist kluges Handeln und Augenmaß nötig.“

Aktivitäten des Wirtschaftsforums: Kontakte, Zusammenschlüsse und Ausbau der Kooperationen

Andreas Roß betonte, dass das Wirtschaftsforum immer mehr an Schlagkraft gewönne. Alles, was die Unternehmer bedrücke und beschäftige, ließe sich freilich nicht lösen mit dieser schlanken Organisationsstruktur, immerhin jedoch anschieben. Ganz vorne bei den Aktivitäten des Wirtschaftsforums stünden überregionale Kontakte und Zusammenschlüsse aber auch der Ausbau der Kooperationen, wenn es um Infrastruktur, Neuansiedlung von Firmen, bezahlbarer Wohnraum, Fachkräfte und Ausbildungsplätze gehe. „Denn wir vom WFO machen Lobbyarbeit für die ganze Region.“

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