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Wirtschaftspreise für zwei Familienbetriebe

Spielwaren Tausend und Steinmetzbetrieb Ostermünchner ausgezeichnet

Von Peter Herrmann

Bad Tölz, 4.11.2026 – Zwei traditionsreiche Familienunternehmen wurden mit dem Wirtschaftspreis 2026 des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ausgezeichnet: das Wolfratshauser Spielwarengeschäft Tausend und der Tölzer Steinmetzbetrieb Ostermünchner. Beide Betriebe sind seit Jahrzehnten fest in der Region verwurzelt. Rund 200 Gäste kamen zur feierlichen Preisverleihung ins Landratsamt.

Landrat würdigt Mittelstand

Die Gartenberger Bunkerblasmusik spielte zum Auftakt der Preisverleihung. Unter den Gästen waren Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger, Landtagsabgeordneter Thomas Holz sowie zahlreiche Bürgermeister und Vertreter von Innungen und Handelskammern.

Landrat Ludwig Schmid würdigte in seiner Ansprache die Vielfalt der kleinen und mittelständischen Unternehmen im Landkreis. Im Mittelpunkt standen die beiden ausgezeichneten Familienbetriebe.

Spielwaren Tausend seit 1929

Seit fast einem Jahrhundert gehört Spielwaren Tausend zu Wolfratshausen. Angela und Hans Frey führen das 1929 gegründete Geschäft am Untermarkt in dritter Generation.

„Mittelständische Einzelhändler haben mit großen Herausforderungen zu kämpfen“, stellte Angela Frey fest. Wie sich das Unternehmen über die Jahrzehnte entwickelt hat, zeigen auch die Zahlen: Aus ursprünglich 30 Quadratmetern Verkaufsfläche sind inzwischen 500 geworden. Das zwölfköpfige Team greift neue Trends auf und bewahrt zugleich traditionelle Werte. Trotz starker Konkurrenz gab es in der 97-jährigen Firmengeschichte bislang keinen betriebsbedingten Stellenabbau.

Spielen sei das beste Training für das Gehirn, betonte Angela Frey. Der Anspruch von Spielwaren Tausend sei es, Glücksmomente zu schaffen.

Wolfgang Puff, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Bayern, würdigte in seiner Laudatio die enge Verbundenheit des Unternehmens mit Wolfratshausen. Das Geschäft am Untermarkt sei ein wichtiger Treffpunkt in der Altstadt und behaupte sich auch gegenüber starker Konkurrenz. „Sie sind ein würdiger Preisträger“, gratulierte Puff.

Steinmetzkunst aus Bad Tölz

Der Steinmetzbetrieb Ostermünchner blickt ebenfalls auf eine lange Geschichte zurück. Das 1957 gegründete Familienunternehmen wird von Gabriele Ostermünchner-Boiger geführt, die sich in einer traditionell von Männern geprägten Handwerksbranche behauptet hat.

Die Nachfolge wurde frühzeitig vorbereitet: Tochter Verena Boiger kehrte nach ihrer Ausbildung in den elterlichen Betrieb zurück. Heute beschäftigt das Unternehmen sieben Mitarbeiter.

Verena Boiger gewann 2015 unter anderem beim Leistungswettbewerb ‚Die gute Form‘ und durfte sich Deutschlands beste Steinbildhauerin nennen.

Bei der Preisverleihung hob Ursula Weber besonders die individuelle Gestaltung der Grabmale hervor. Auch außergewöhnliche Kundenwünsche können im Betrieb umgesetzt werden.

Steinmetzmeister Georg Biermeier würdigte in seiner Laudatio die Verbindung von handwerklicher Qualität und Einfühlungsvermögen.

„Ich sehe einen Familienbetrieb, in dem Werte gelebt werden, die weit über den wirtschaftlichen Erfolg hinausgehen“, sagte Biermeier.