Eurasburg
Werkstattbesuch bei Goldschmiedin Anne Becker
Von Andrea Weber
Eurasburg, 25.3.2026 – Goldschmiedin Anne Becker ist in ihre neue Werkstatt in Oberherrnhausen umgezogen. Sie sagt, sie arbeitet jetzt auf der „Sonnenseite der Loisach“. Im vergangenen Oktober war der Umzug aus dem alten Flößerhaus direkt am Loisachufer in Beuerberg, in dem Anne Becker jährlich im Frühsommer zum Ausstellungswochenende einlud. Lichtdurchflutet ist ihr Arbeitsumfeld im neuen Landhaus.
Anne Becker ist bekannt für ihren edlen Schmuck aus hochkarätigem Gold und Silber, oft mit Edelsteinen besetzt. Ihr modernes Design besticht durch natürliche Schönheit und eleganter Zurückhaltung. Beckers Schmuck präsentiert die Natur des Oberlands. Viele Formen sind floral, sprich angelehnt an Gräser und Blumen. Ihr Markenzeichen ist die Beweglichkeit in der Formgebung. Das Gold- und Silberschmiedehandwerk wurde in Deutschland im März vergangenes Jahr ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. „Das macht mich sehr stolz“, sagt Becker während des Gesprächs auf der Sonnenterrasse.
„Dieses Lebenskonzept ist meine Insel"
Auch in einer Goldschmiedewerkstatt gibt es Arbeitsabfälle. Deshalb sitzt der Goldschmied bei der Arbeit an einer halbrunden Werkbank mit einem Ledersack, genannt Fell, als Auffangbehälter auf dem Schoß. „Wenn man schmiergelt und feilt, bläst man den Staub und die Späne nicht einfach so weg“, erklärt Becker Gold ist viel zu wertvoll. „Alles wird aufgefangen, gereinigt und wieder eingeschmolzen.“ Wohnbereich und Werkstatt gehen bei der Goldschmiedin ineinander über. „Dieses Lebenskonzept ist meine Insel. Das konzentrierte Arbeiten ist mein Rückzug von der Welt.“ Becker liebt ihre Arbeit und das sieht man ihren Schmuckstücken an. So präzise, so exakt ist jedes Exponat ausgeführt. Ihre Auftragslage ist sehr gut. Gold und Silber sind Edelmetalle und seien immer schon wertvoll, sagt sie zum hohen Goldpreis. Nun muss sich Anne Becker mit Familie in Oberherrnhausen erst einmal einleben. Das dürfte ihr aber nicht schwerfallen, denn wenn sie um den Nachbarhof herumgeht, fällt der Blick aufs gesamte Alpenpanorama.
Ihr erstes Event in den neuen Räumen ist der Tag der offenen Türe am 11. und 12. April im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks ETAK. „Dann kann man mir bei der Arbeit über die Schulter schauen.“ 24 Europäische Länder beteiligen sich, darunter zehn deutsche Bundesländer. Anne Becker möchte gerne regionale Kunsthandwerker zum Mitmachen animieren. „Damit wir unserem alten Handwerk die angemessene Aufmerksamkeit geben“, sagt die Goldschmiedin.
Informationen zu den Europäischen Tage des Kunsthandwerks unter www.kunsthandwerkstage.de
Foto: Andrea Weber



