Landkreis Weilheim-Schongau wird „Region der Lebensretter“
Schnelle Hilfe aus der Nachbarschaft
Der Landkreis Weilheim-Schongau wird Teil der Initiative „Region der Lebensretter“. Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberland mit der Integrierten Leitstelle Weilheim startet das System Anfang Mai.
Die „Region der Lebensretter“ ist ein appbasiertes System, das bei einem Herz-Kreislaufstillstand qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer aus der unmittelbaren Umgebung parallel zum Rettungsdienst alarmiert.
So funktioniert das System
Geht in der Leitstelle ein Notruf ein, werden mehrere Helfer gleichzeitig alarmiert und gezielt eingesetzt. Zwei Helfer erreichen den Patienten möglichst schnell und beginnen sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Ein weiterer Helfer holt einen nahegelegenen Defibrillator und bringt ihn zum Einsatzort. Ein vierter Helfer unterstützt den Rettungsdienst.
Die Auswahl, Aufgabenverteilung und Navigation der Ersthelfer übernimmt eine App. Sie berücksichtigt Standort, Entfernung, Verkehrsmittel und aktuelle Verkehrsbedingungen.
97 öffentlich zugängliche Defibrillatoren erfasst
Ein zentraler Fortschritt im Landkreis ist die vollständige Erfassung und Verifizierung öffentlich zugänglicher AEDs durch die Gesundheitsregionplus Weilheim-Schongau. Das Ergebnis: 97 verifizierte, jederzeit öffentlich zugängliche AEDs im Landkreis. Sie sind in der sogenannten „Defi-Map“ hinterlegt, einer integrierten Datenbank innerhalb der App mit automatischem Routing.
„Das kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten“
„Mit der Einführung der Region der Lebensretter und der flächendeckenden Verifizierung der öffentlich zugänglichen AEDs verändert sich die Erstversorgung bei Herz-Kreislaufstillständen grundlegend“, erklärt Florian Muckenthaler, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im ZRF Oberland. „Erstmals können wir aktiv dazu beitragen, dass medizinisch geschulte Ersthelfer in der Nähe schnell am Einsatzort eintreffen und auch Defibrillatoren gezielt und intelligent eingebunden werden. Das kann im Einzelfall im wahrsten Sinne des Wortes den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.“
Medizinisch qualifizierte Personen können sich als Ersthelfer registrieren. Auch das Melden weiterer AED-Standorte oder die Unterstützung der Initiative ist möglich.
Weitere Informationen: www.regionderlebensretter.de




