Märchenhaftes „Dornröschen“
Wolfratshausen, 30.12.2012 – Das Ballett „Dornröschen“ gilt als das gelungenste aller Ballette aus der großen zaristischen Ära. Tschaikowsky selbst hielt es für sein bestes. Dieser Meinung schließt sich Veranstalter Heinz Bertsch mit voller Überzeugung an, und obwohl er weiß, dass „Dornröschen“ ein Schattendasein hinter „Schwanensee“ und „Nussknacker“ führt, wagt er es, mit diesem märchenhaften Tanzspiel, aufgeführt vom russischen Nationalballett, auf Tournee durch Bayern, Österreich und Schweiz zu gehen. Am 30. Dezember war er mit dem Moskauer Ensemble zu Gast in der Loisachhalle, die mit 600 Besuchern ausverkauft war.
Warum führt „Dornröschen“ quasi ein „Aschenputtel“-Dasein unter Tschaikowskys Balletten? Heinz Bertsch: „Schwanensee und Nussknacker sind eben weltberühmt und haben sich beim Publikum bewährt. Es gibt wenige Ensembles die „Dornröschen“ in ihrem Repertoire haben und damit auf Tournee gehen.“ Deshalb war diese Aufführung zum Jahresende in Wolfratshausen auch für Heinz Bertsch ein Experiment.
Das russische Nationalballett ist bekannt für seine Balletteusen und Tänzer. Sie alle sind Hochleistungssportler, die sich vor ihrem Auftritt stundenlang mit kraftvoller Gymnastik vorbereiten, damit ihre Bewegungen schließlich im Tanz federleicht wirken, erklärt Bertsch. „Sie interpretieren die Musik, die an die beschwingte Walzermusik der Strauß-Dynastie angelehnt ist, mit viel Gefühl und Gespür“, sagt Bertsch. Beim Bühnenbild, den Kostümen und der Musik wurde sich an klassische Vorgaben gehalten. „Schließlich hat sich dieses Ballett über Jahrhunderte bewährt, warum sollte es modernisiert werden?“ Zudem passe dieses märchenhafte Ballett doch wunderbar in die Weihnachtszeit, findet der Veranstalter aus dem Stuttgarter Raum.
Tänzerisch begeisterte Dornröschen (Olga Prytkova). Durch ihre wunderbare Ausstrahlung und eine makellose Technik wirkten ihre Bewegungen leicht und grazil. Ein Höhepunkt war der packende Pas de Deux in der Partnerschaft mit dem Prinzen (Stanislav Kultin) im dritten Akt.
Auch heuer durfte der Nachwuchs mitwirken. Das Ballet Ensemble bekam Unterstützung von den Kindern der Ballettschule Christine Reiner aus Weilheim. Auch der Auftritt der Schülerinnen war ein Highlight für die Zuschauer. Das Publikum dankte mit starkem Applaus.


















