Kinopremiere in Wolfratshausen: Musikfilm „Bavaria Vista Club“
Guter bayerischer Sound mit weltoffener Loyalität
Von Andrea Weber
Wolfratshausen, 11.1.2015 - Filmemacher Walter Steffen, der Münsinger Musikproduzent Christoph Bühring-Uhle und die Protagonisten aus Steffens neuem Kinodokumentarfilm „Bavaria Vista Club“ sind gerade bayernweit auf Premierentournee unterwegs. Seit Ende Dezember 2014 war dieser authentische Film über die moderne Volksmusik aus Bayern schon erfolgreich in 35 Kinos zu sehen.
„Das wusste ich gar nicht, dass wir solche guten Musiker haben“, derartige Kommentare überraschten die Produzenten nicht. Eben drum wird’s Zeit für diesen Film, der endlich zeigt, dass es weit mehr gibt, als die Mainstream-Ohrwürmer der Radiosender. Normalerweise tut sich ein solcher Musikfilm schwer, in die Kinos zu kommen, wären da nicht solche, wie das in Wolfratshausen, weiß Steffen. „Seid froh, um Euer Kino. Es ist ein echter Kulturwert.“
Die Mundart, die Heimat und um das Wissen, wo die Wurzeln liegen
Wenige Plätze blieben frei am Donnerstag, dem Premierenabend. Mit dabei, die Wolfratshauser Jodelkünstlerin Barbara Lexa, eine Protagonistin aus dem Film. Und die forderte das Publikum dann auch gleich auf, sich mit ihrem musikalischen „Mundartsport“ warmzujodeln. „So, jetzt singts a moi mit“, und das Publikum nuschelte amüsiert nach. „In der Mitt'n vo da Hüttn fliagts Graffe umanand. In a Buttn liegt a Kuttn vor der Staffl an der Wand“. Und genau darum geht es im Film: Um die Mundart, um die Heimat und um das Wissen, wo die eigenen Wurzeln liegen. Es geht um die traditionellen Volksmusiker von einst und von der heute freien und frechen Weltoffenheit zeitgenössischen Musiker. Man lernt sie kennen, so wie sie daheim im Garten oder im Übungskeller musizieren, oder auf dem Motorrad mit Beiwagen unterwegs sind.
Musiker mit starkem Rückgrat und weltoffener Loyalität
Da gibt es zum Beispiel das Familien-Ensemble: die Unterbiberger Hofmusik. Sie erzählen ihre Geschichte während sie mit türkischen Freunden in der Stube ihres alten Hofs Musik machen. Barbara Lexas Mutter kommt zu Wort. Die Volkssängerin erzählt, wie sie ihrer Tochter die Volksmusik nahebrachte. Man lernt die Bandmitglieder der Celtic-Rockband IRXN kennen, die alle aus anderen musikalischen Richtungen kamen und einen neuen kraftvollen Sound entwickelten – auf bayrisch, versteht sich. Und die Münchner Geigerinnen „Zwirbeldirn“, die sich über den Weg liefen, als hätten sie sich gesucht und gefunden. „Zwoastoa“ sind wilde Vagabunden, die den Reggae mit in ihre Heimat brachten. Und Wolfi Ramadan und Wally Warning sind seid ihrer Kindheit durch die Musik Freunde geworden. Die zwei grundverschiedenen Typen sind so unterschiedlich wie ihre Hautfarbe. Und dann gibt es da noch die beiden bärigen Gitarristen William Wetsox und Schorsch Hampel, die durch den Blues ihren Weg fanden.
Aber die wichtigste Essenz dieses Films, indem es natürlich auch viel gute Musik zu hören gibt, heißt: Sie alle suchten nach ihren Wurzeln, sie gingen hinaus und kamen in die Heimat zurück, als Musiker mit starkem Rückgrad und weltoffener Loyalität.
„Bavaria Vista Club“ Teil I Oberbayern, (drei weitere Teile sind in Planung) läuft kommende Woche täglich im Wolfratshauser Kino. Siehe Programmvorschau: www.kino-wolfratshausen.de
Weitere Informationen über den Film und in welchen Kinos er zu sehen ist, unter: www.bavaria-vista-club.de
Informationen zu den im Film mitwirkenden Bands / Musikern
www.unterbiberger.de
www.zwirbeldirn.de
www.irxn.net
www.schorsch-hampel.de
www.wetsox.de
www.barbara-lexa.de
www.zwoastoa.de
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