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Ausstellung Rathaus Münsing

Nostalgisch und geheimnisvoll

Von Andrea Weber

Münsing, 21.2.2026 – Andrea Esenbeck zeigt ihre ganz besonderen Blumenstillleben im Münsinger Rathaus. Esenbecks Fotografien basieren auf aufwendigen Installationen. Die Bilder wirken nostalgisch, geheimnisvoll und sinnlich. Sie sind wie gemalt. Noch bis zum 28. Februar ist die Ausstellung zu sehen.  

Zarte Anemonen, filigrane Gräser, Flochs, Schafgarbe, Kornblumen recken kraftvoll ihre Blütenstängel gegen einen schwarzen Unwetterhimmel. Bedrohlich wirkt die Szenerie. „Manche fragen mich, ob ich in der Wiese liege und fotografiere“, sagt Esenbeck. Doch Esenbeck arrangiert die Wiesenblumen im Wohnzimmer. Fotografiert separat Wolkenstimmungen und druckt die Bilder als großflächigen Studio-Hintergrund aus. Das Licht spielt eine entscheidende Rolle. Lange tüftele sie herum, bis jede Blume ganz natürlich wirkt. Dann wartet sie auf den entscheidenden Moment, wenn die Abendsonne durchs Fenster scheint, und die Blüten zum Leuchten bringt. „Schiebt sich eine Wolke davor, war die Mühe umsonst.“ Wie sie den Wolkenhintergrund schwarz einfärbt, will Esenbeck allerdings nicht verraten. Das bleibt ihr künstlerisches Geheimnis.

Nicht still, sondern sehr lebendig

Die Liebe zu Blumen und der Kunst hat Andrea Esenbeck familiär mitbekommen. Die gebürtige Münchnerin (Jahrgang 1967), die im Alter von 13 Jahren nach Degerndorf zog, ist gelernte Innenarchitektin. Vater und Bruder sind Architekten, die Großmutter malte und der Großvater war Botaniker im Botanischen Garten in München. „Er hat mir als Kind beigebracht, wie die lateinischen Namen der Blumen lauten.“ Die Idee ihrer geheimnisvollen Blumenbilder entstand vor ein paar Jahren, an einem heißen Sommer. „Mich inspirierten die zarten Blüten, die abends die Köpfe hängen ließen und sich am nächsten Morgen wieder in voller Pracht zeigten.“ Die hochwertigen Fotografien sind in Fineartdruck hinter Acryl produziert. Sie besitzen einen enormen Farbkontrast zwischen Lichtspiel und Schatten. Die Blüten haben eine ganz besondere Sinnlichkeit. Sie stechen ins Auge. Die Stillleben von Andrea Esenbeck sind alles andere als still. Sie besitzen sowas wie ein Eigenleben, das fasziniert. „Meine Bilder sind eben nicht dekorativ oder blumenladenmäßig arrangiert.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Das Flüstern der Blumen“ ist noch bis 28.2. im Rathaus Münsing zu sehen. Öffnungszeiten sind Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. 

22.2. Münsinger Kunstsommer von 11 Uhr bis 16 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend. 

Fotos: Andrea Weber, Andrea Esenbeck


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