Podcast im Amerikahaus München: Jeff Dunas über Amerika und Blues
Zur Ausstellung „American Pictures & State of the Blues“
Von Fenny Rosemann
München, 31. März 2026 – Im Rahmen der Ausstellung „American Pictures & State of the Blues“ (21. März bis 31. Juli 2026) im Amerikahaus München spricht der Fotograf Jeff Dunas mit Claudia Koestler über „Small Town America“, persönliche Erinnerungen und die Wurzeln der amerikanischen Musik.
Ein Gespräch über Amerika und Erinnerung
Zur Ausstellung „American Pictures & State of the Blues“ trifft Claudia Koestler Jeff Dunas für eine neue Folge ihres Podcasts „Over Here, Over There“.
Koestler ist leitende Redakteurin der Süddeutschen Zeitung und Co-Host des englischsprachigen Podcasts „Over Here, Over There“. Im transatlantisch ausgerichteten Format spricht sie mit internationalen Gästen über Politik, Gesellschaft und kulturelle Perspektiven zwischen Europa und den USA. Geboren in Bad Tölz und geprägt durch ein Leben zwischen Großbritannien, Norddeutschland, Island und den USA, verbindet sie unterschiedliche kulturelle Räume mit einem klaren Blick aus Bayern.
Das vollständige Gespräch im Video:
Bilder als Erinnerung an „Small Town America“
Im Gespräch mit Dunas rückt das Persönliche in den Mittelpunkt. Der amerikanische Fotograf arbeitet seit Jahrzehnten an langfristigen Projekten. In seiner Serie „American Pictures“ richtet er den Blick auf „Small Town America“ – auf Orte und Menschen jenseits der großen Städte.
Seine Fotografien entstehen aus einem inneren Wiedererkennen: Begegnungen und Situationen lösen Erinnerungen an seine eigene Kindheit aus. Die Bilder zeigen damit nicht nur Gegenwart, sondern auch Fragmente eines Amerikas, das es in dieser Form vielfach nicht mehr gibt.
Die Wurzeln: Blues und Rock ’n’ Roll
Ein zweiter Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Blues. In der Serie „State of the Blues“ porträtiert Dunas Musiker, die als Wegbereiter einer ganzen Musiktradition gelten. Für ihn bildet der Blues die Grundlage dessen, was später als Rock ’n’ Roll weltweit prägend wurde.
Dunas verfolgt dabei einen bewusst unpolitischen Ansatz. Im Zentrum steht der einzelne Mensch – sein Ausdruck, seine Haltung, sein Alltag. Seine Fotografien zeigen Individualität und die Freiheit, sich sichtbar zu machen.
Begegnung als Moment
Seine Arbeitsweise ist unmittelbar: Begegnungen entstehen spontan, oft in wenigen Minuten. In dieser kurzen Zeit entsteht eine intensive Verbindung. Fotografie wird so zu einem konzentrierten Moment zwischen zwei Menschen.
Gleichzeitig zeigt sich für Dunas eine universelle Erfahrung: Unabhängig von Ort und Kultur reagieren Menschen ähnlich. Entscheidend ist die Haltung, mit der man ihnen begegnet. Seine Bilder laden dazu ein, genauer hinzusehen und im Detail das Gemeinsame zu entdecken.
Der Podcast „Over Here, Over There“ greift diesen Gedanken auf. Er verbindet Perspektiven über den Atlantik hinweg und fragt danach, was Kulturen trennt – und was sie verbindet. Das Gespräch mit Jeff Dunas verknüpft so amerikanische Motive, europäische Perspektiven und einen klaren bayerischen Ausgangspunkt.
Veranstaltungsinfo
Jeff Dunas – Photography: American Pictures & State of the Blues
21. März bis 31. Juli 2026
Amerikahaus München
Karolinenplatz 3, 80333 München



