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Sonderausstellung Seelentrost im Kloster Beuerberg

Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Von Gabriele Rüth

Beuerberg, 06. Juli 2026 – Im Kloster Beuerberg ist seit 1. Juli 2026 für ein Jahr die Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“ zu sehen. Die Schau fragt, wo Menschen in Krankheit, Not und Krisen Trost finden – mit historischen Exponaten, persönlichen Erinnerungen, zeitgenössischer Kunst und einem begehbaren Herz.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist das Kloster selbst. Beuerberg wird dabei als Ort betrachtet, der über Jahrhunderte von religiösem Leben, Rückzug, Fürsorge und Gemeinschaft geprägt war. Die mittlerweile siebte Ausstellung des Diözesanmuseums Freising im Kloster Beuerberg beleuchtet die menschliche Suche nach seelischer und körperlicher Heilung aus unterschiedlichen Perspektiven.

Eröffnung mit Gottesdienst, Festakt und Rundgang

Eröffnet wurde die Ausstellung am 28. Juni im Rahmen eines festlichen Programms. Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul und einer anschließenden Prozession. Danach fanden ein Jahrmarkt und ein Festprogramm anlässlich des Patroziniums der beiden Kirchenpatrone Peter und Paul statt.

Am Nachmittag begrüßte Dr. Christoph Kürzeder, Direktor des Diözesanmuseums Freising, die geladenen Gäste in der ehemaligen Schwesternapelle. Eröffnet wurde die Ausstellung von Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising. Musikalisch begleitet wurde der Festakt unter anderem von Pianist Simon Popp. Anschließend führte die Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Anna-Laura de la Iglesia y Nikolaus durch die Ausstellung.

Trost als Erfahrung im Hier und Jetzt

In seiner Eröffnungsansprache stellte Generalvikar Christoph Klingan die Aktualität des Ausstellungsthemas heraus. Gerade in einer von Krisen geprägten Zeit suchten Menschen Halt – bei Mitmenschen, in Gemeinschaften, bei Institutionen und auch im Glauben.

Die Ausstellung versteht Trost dabei nicht als Vertröstung, sondern als Erfahrung im Hier und Jetzt. Sie fragt danach, wie Heilung und Heil persönlich erfahrbar werden können – und welche Bedeutung Ehrlichkeit gegenüber der Welt und sich selbst auch in schwierigen Lebensphasen hat.

Ein begehbares Herz und historische Exponate

Zu den auffälligsten Arbeiten der Ausstellung gehört ein rund vier Meter hohes, begehbares Herz der Künstlerin Dr. Ursula König. Daneben zeigt die Schau Kunstwerke und Kulturgüter aus dem Bestand des Diözesanmuseums Freising und des Klosters Beuerberg.

Zu sehen sind unter anderem Utensilien zur Totenwäsche aus dem 19. Jahrhundert, byzantinische Amulette und verschiedene Pilgerampullen. Sie verweisen auf religiöse Praktiken, Heilsvorstellungen und Rituale, mit denen Menschen in früheren Jahrhunderten Schutz, Heilung oder Trost suchten.

Die Ausstellung fragt dabei nicht nur nach christlichen Traditionen. Sie zeigt auch, wie sich in der Spätantike und im frühen Mittelalter unterschiedliche religiöse und kulturelle Vorstellungen von Heil, Schutz und Unheil berührten.

Erinnerungen an das Klosterleben

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf persönlichen Erinnerungen. Die Ausstellung dokumentiert Gespräche mit ehemaligen Internatsschülerinnen des Max-Josef-Stifts. Die Mädchen waren nach dem Zweiten Weltkrieg von 1946 bis 1951 im Kloster Beuerberg untergebracht.

Auch die letzten Schwestern des Klosters kommen zu Wort. Sie verließen Beuerberg im Jahr 2014. Damit verbindet die Schau historische Exponate mit biografischen Zeugnissen. Das Kloster erscheint nicht nur als Baudenkmal, sondern auch als Erinnerungsort für Menschen, die dort Schutz, Alltag, Bildung oder geistliche Heimat fanden.

Trost in Krisenzeiten

Auch die jüngere Vergangenheit wird einbezogen. Ein besonderer Blick gilt der Corona-Pandemie und der Frage, wie Menschen mit Isolation, Unsicherheit und dem Verlust sozialer Gewissheiten umgingen. Die Ausstellung zeigt künstlerische Reaktionen auf diese Zeit, darunter eine von Doris Dörrie bestickte Tischdecke.

So spannt „Seelentrost“ einen Bogen von frühchristlichen und mittelalterlichen Objekten über klösterliche Erinnerung bis hin zu zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten. Die Ausstellung lädt dazu ein, über eigene Erfahrungen von Trost, Verwundbarkeit und Heilung nachzudenken.

Das Kloster Beuerberg

Das Kloster Beuerberg wurde 1121 als Augustiner-Chorherrenstift gegründet. Nach der Säkularisierung gelangte es 1803 in Privatbesitz. Ab 1846 lebten dort Schwestern von der Heimsuchung Mariä, auch Salesianerinnen genannt. Im Jahr 2014 gaben die Schwestern das Kloster auf; anschließend erwarb die Erzdiözese München und Freising den Gebäudekomplex.

Nach umfangreicher Sanierung und Neugestaltung wurde das Kloster 2025 als kirchliches Seminar- und Kulturzentrum mit Übernachtungs- und Gastronomieangebot wiedereröffnet.

Die Sonderausstellung „Seelentrost – Was uns heilen kann“ ist seit 1. Juli 2026 für ein Jahr im Kloster Beuerberg zu sehen. Begleitend gibt es Führungen, Workshops, Konzerte und weitere Veranstaltungen. Aktuelle Informationen bietet das Diözesanmuseum Freising.

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