Das Magazin für das Bayerische Oberland

Reisebericht des Tölzer Knabenchores aus Japan und China

Tölzer Knabenchor begeistert Publikaum auch in Asien

Bad Tölz, 11.9.2013 - Vor kurzem kehrte der Tölzer Knabenchor von seiner fast fünfwöchigen Asien-Tournee zurück. Von 29. Juli bis 29. August sangen 26 Knaben und 12 Mitglieder des Männerchores unter der musikalischen Leitung von Ralf Ludewig in Japan und China bei insgesamt 12 Konzerten.

Ein begeisterter Empfang wurde den Sängern zunächst in Japan bereitet. Eine euphorische Fangemeinde erwartete die jungen Künstler nach ihren Auftritten in Kagoshima, Ibusuki, Tokio und Yokohama. Für Abwechslung sorgte eine jeweils neu zusammengestellte Programmfolge gerade bei den treuen Fans, die die gesamte Tournee über mit dem Chor reisten, um jedes einzelne Konzert besuchen zu können. Neben den Bach-Motetten konnte das Publikum Chorwerke von Schubert und Rossini hören, außerdem die Knabenszenen aus Mozarts Zauberflöte. Alpenländisches und europäisches Liedgut sowie Orffs Tanzlieder bildeten ein kontrastreiches Programm zu den klassischen Werken. Ein ortsansässiger Kinderchor präsentierte jeweils einen japanischen Beitrag und sang gemeinsam mit den Knaben zwei deutsche Lieder. Krönender Abschluss eines jeden Konzerts war das von den Sängern aus Bayern als kleines Gastgeschenk in japanischer Sprache dargebotene „Natsu ga kureba omoi dasu“.

Die Chormitglieder lernten die Landeskultur und japanische Traditionen kennen

Ein umfangreiches Freizeitprogramm führte die Chormitglieder in die Landeskultur und in japanische Traditionen ein. Eine Teezeremonie, einen Besuch im Sumo-Museum, Trommler, Säbelkämpfer, Thermal- und Sandbäder und vieles mehr wurde den Knaben und Männern von Tourmanager Masayuki Kono geboten, der die gesamte Japanreise im Vorfeld privat geplant und organisiert hatte.

Klassik, alpenländische und europäische Volkslieder sowie Carl Orff standen auf dem Wunschzettel

Am 10. August ging es weiter ins sogenannte „Land des Lächelns“. Drei Mitarbeiter der chinesischen Konzertagentur Longstream begleiteten die Sänger aus München nach Peking, Shanghai, Hangzhou, Xi‘an, Heshan, Guangzhou und Shenzhen. Neben dem klassischen Programm Bach, Mozart und Rossini, den alpenländischen und europäischen Volksliedern sowie Carl Orff standen auf dem Wunschzettel der chinesischen Veranstalter einige Titel aus der Unterhaltungs- und Popbranche, darunter das „Money, money“ von ABBA, „We are the Champions“ der Rockgruppe Queen, „Love me tender“ von Elvis Presley sowie John Newtons stimmungsvolles „Amazing Grace“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists.

„Ajiao rao ze cuan“ - Abschied in der chinesischen Landessprache

Auch in China durfte freilich ein Abschied in der Landessprache nicht fehlen: Mit „Ajiao rao ze cuan“ und „Tschang tschu ni de er cing“ hatte der oberbayerische Chor gleich zwei chinesische Lieder im Repertoire. Zwischen den Auftritten gab es wiederum Kultur pur für die wissbegierigen Sänger. Die Chinesische Mauer, der Platz des Himmlischen Friedens, das Sportgelände der Olympiade in Peking 2008 und die Terrakotta-Armee in Xi‘an waren nur einige der zahlreichen Ausflugsziele unserer staunenden Chormitglieder. Viereinhalb Wochen, angefüllt mit  musikalischen und kulturellen Highlights an stets wechselnden Orten. Da kam keine Langeweile auf, kein Gruppenkoller, kein Heimweh, und auch fürs Krankwerden blieb keine Zeit.

Überwältigende Resonanz des Publikums

Die Resonanz seitens des Publikums war ebenfalls überwältigend. In stehenden Ovationen drückten die Zuhörer regelmäßig ihre Anerkennung für die gelungenen Darbietungen aus. Insgesamt wurden in beiden Ländern fast 10.000 Tickets verkauft. Die über 100 CDs und sonstigen Fan-Artikel, die jeweils nach den Konzerten am CD-Stand angeboten wurden, waren binnen Minuten ausverkauft und die vor Ort von den Knaben signierten Autogrammkarten schon nach den ersten Konzerten vergriffen.

Kawaii ko ni wa tabi o saseyo - Wer sein Kind liebt, schickt es auf Reisen

Dank diesen Erfolges waren alle Beteiligten bester Laune, voller Begeisterung für die ihnen entgegengebrachte Sympathie und das gebotene Freizeitprogramm und beeindruckt von den Erlebnissen in einer anderen und faszinierenden Welt. Wie wahr ist angesichts dieser tollen Erlebnisse ein japanisches Sprichwort: Kawaii ko ni wa tabi o saseyo - Wer sein Kind liebt, schickt es auf Reisen.

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