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Loisachhalle Wolfratshausen

Loisachhalle Wolfratshausen

Die Experten der Fröhlichkeit

Von Andrea Weber

Wolfratshausen, 28.1.2026 – Ein Abend voller lachmuskelstrapazierender Pointen präsentierten fünf Comedians, angereist aus Hamburg, Berlin und München, auf der dritten Lachnacht in der Loisachhalle. Es wurde ein launiger Abend, ohne  dramatische Weltpolitik, ohne anspruchsvolle Gesellschaftskritik. Lustige Annekdoten aus dem Alltag überspitzt in Szene gesetzt.



Und die ersten Lacher gab es schon gleich beim Auftritt des Moderators Ole Lehmann, der sich selbst als „Experte der Fröhlichkeit“ nennt. Dem bayerischen Publikum hat der gut gelaunte Hamburger gefallen, mit seinem „ach n‘ bischen“ und seiner leicht affektierten Art. Der Mann sucht einen Mann – wie er später dem Publikum verrät – doch bei seiner Masche mit dem Gassigang seines Labrador-Welpens würden nur die Stimmen der Damen „um acht Oktaven höher gehen“. „Ach wie süüüß!“. Als Kind habe er sich einen Hund gewünscht und einen Hamster bekommen. „Die waren Mode in den Siebzigern.“ Darüber schrieb er auch ein Buch.

„Anti-Fitness mit der „Prosta-App“

Ganz so süß ging es bei dem Hamburger Comedian Kerim Pamuk nicht zu. „Ich bin Türke, aber sehr nett“, schickt er vorweg. Er hat die unverblümte Art türkischstämmiger Bürger mit deutscher Höflichkeit reflektiert, und dabei die Effektivität beider Seiten verglichen. „Früher als Türke war ich aggressiv, heute als Deutscher bin ich empört.“  Inzwischen, sagt er, reserviere er im Voraus beim Bäcker und Bestatter und macht aus reinem Trotz gegen die deutsche Gesundheitsmentalität .
 
Lutz von Rosenberg Lipinsky ist „Deutschlands lustigster Seelsorger“. „Ich freue mich hier zu sein, wo auch immer wir sind.“ „Ist Flößern was Schmutziges, so was wie Fensterln?“, fragt der Berliner vorweg. Er ist Single und sucht auf der Dating-App nach neuen Kontakten. „Da gibt’s alte weiße Männer, die die Welt übernehmen wollen“, eine Anspielung nach Übersee. „Und Catweazles, die 500 Jahre verpennt haben, und jetzt aus dem Gebüsch springen“, eine Anspielung an die deutsche Politik. „Aber ihr habt sie gewählt!“ 

Eine echte Berliner Schnauze hat Alice Köfer. Sie erklärte, dass sie eine Löffelliste besitze – eine to do-Liste, was man im Leben noch bis zur Deadline erledigen möchte. Isländisch lernen zum Beispiel. Sie sang ein zungenbrecherisch klingendes Winterlied, nahm es live auf, und spulte das ganze rückwärts als „Oh Tannenbaum“ wieder ab.

„Ich glaube ihr braucht jetzt mal einen Bayern!“ 

Christian Bumeder aus München übernahm. „Da Bummi“, wie man ihn in Reit in Winkl als Kind nannte. Er ist der kleine Mann im schwarzen Pulli mit weißem T-Shirt drunter. „Das gibt Länge.“ Und einem „Deutschen-Bahn-Gesicht“ – „du schaust aus wie alle“. So habe er nach der Show immer wieder das Problem gefragt zu werden: „Hast Du den auf der Bühne gekannt?“. 

Die fünf Comedians der dritten Lachnacht bleiben dem Publikum ganz sicher in launiger Erinnerung. Es war so herrlich kurzweilig, so herrlich unpolitisch – einfach entspannt lustig!

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